Petition "Seelsorge muss zivil bleiben" erreicht erstes Sammelziel

Seelsorge in kirchlichem Auftrag, fordert eine Petition für kirchliche Mitarbeiter, dürfe sich niemals für militärische Zwecke funktionalisieren lassen. Am Freitag hat sie ihr erstes Sammelziel von 500 Unterschriften erreicht.

Tübingen (epd). Am Freitag hat die Petition „Seelsorge muss zivil bleiben“ mit 503 Unterschriften ihr erstes Sammelziel übertroffen. Kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten die Petition gegen die Militarisierung kirchlicher und diakonischer Dienste in Umlauf gebracht, teilte die Tübinger Pfarrerin i.R. Susanne Edel mit. Die Petition richtet sich an evangelische und katholische Leitungsgremien und Leitungspersonen.

Wer unterzeichne, erkläre seinen Widerspruch zur Inpflichtnahme im Spannungsfall, wie sie das von EKD und Deutscher Bischofskonferenz erarbeitete „Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“ vorsehe, so Edel. Seelsorge in kirchlichem Auftrag, so die Verfasser der Petition, könne nur frei und zivil agieren und dürfe sich niemals für militärische Zwecke funktionalisieren lassen. Federführend bei der ökumenisch organisierten Petition ist die katholische Friedensinitiative Pax Christi.

Nicht gedanklich den Krieg mit vorbereiten

Für den Kriegsfall für die Seelsorge eigene Konzepte zu entwerfen, heißt es weiter, trage dazu bei, gewollt oder ungewollt den Krieg sprachlich und gedanklich mit vorzubereiten. So würden Muster unterstützt, die im Umgang mit zwischenstaatlichen Konflikten eine Konzentration auf Rüstung und Aufrüstung mit sich bringen. Stattdessen sei es eine kirchliche Kernaufgabe, Friedens- und Diplomatiebemühungen zu stärken und für Freund und „Feind“ zu beten.

Die Petition laufe nach dem Erreichen des ersten Sammelziels weiter, so Edel gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ziel sei eine vierstellige Anzahl von Unterzeichnern.