Petition evangelischer Theologen: In Gaza nicht mehr wegsehen

Gegen die "Logik der Gewalt" in Palästina wendet sich ein Aufruf einer Gruppe evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Bayern. Sie könnten angesichts des Leids in Gaza nicht mehr länger schweigen, heißt es darin.

Nürnberg/Ansbach (epd). Auf die dramatische Situation der palästinensischen Bevölkerung in Gaza und die hilflose Lage der israelischen Geiseln machen vier Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelischen Landeskirche seit Dienstag in einem Offenen Brief aufmerksam. Sie fordern Theologinnen und Theologen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern auf, ihr Schreiben mit dem Titel „Für das Leben - gegen die Logik der Gewalt in Israel und Palästina“ per Unterschrift im Internet zu unterstützen.

Uda Weidt (Uffenheim), Dörthe Knoch (Ansbach), Ute Böhne und Thomas Amberg (beide Nürnberg) bitten zudem die Kirchenleitung, ihre Forderungen für eine sofortige Waffenruhe in Gaza und die Freilassung aller Geiseln zu unterstützen und gegenüber der Bundesregierung diese Position zu vertreten.

„Wir können nicht länger wegsehen und schweigen angesichts des unvorstellbaren Leids der palästinensischen Zivilbevölkerung“, schreiben die Autoren der Petition. Sie fordern „die bedingungslose Wiederaufnahme umfassender UN-geleiteter humanitärer und medizinischer Hilfe für die notleidende Bevölkerung“. Ihre Solidarität gelte allen Opfern, Israelis wie Palästinensern. Im Aufruf heißt es, „wir stehen zur Existenz des Staates Israel in den international anerkannten Grenzen“. Gleichzeitig stehe man auch „zum Recht des palästinensischen Volkes auf Freiheit, Gerechtigkeit und politische Selbstbestimmung“.

Um politischen Druck gegenüber der gegenwärtigen Regierung Israels aufzubauen, müsse Deutschland sich an Sanktionen im Rahmen der EU-Politik gegenüber Israel beteiligen, fordern die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer. Dies dürfe nicht „durch eine missbräuchliche Verwendung des Begriffs als 'antisemitisch' diffamiert werden“, stellen sie fest.

In ihrem Aufruf räumen die Theologinnen und Theologen ein, dass ihre Formulierungen dem einen „zu zahm“, anderen „zu scharf“ erscheinen werden. Es komme aber „auf ein gemeinsames Zeichen an“.