Ostermarschierer setzen Zeichen gegen Krieg und Terror

Duisburg/Dortmund (epd). Mit einem Friedensfest ist am Ostermontag nach drei Tagen der traditionelle Ostermarsch Rhein-Ruhr zu Ende gegangen. Insgesamt beteiligten sich rund 1.800 Menschen, wie die Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) in NRW mitteilte. Damit sei in etwa das Niveau des Vorjahres erreicht worden, sagte Sprecher Joachim Schramm. Die insgesamt 13 Veranstaltungen standen in diesem Jahr unter dem Motto "Nein zu Krieg und Terror - Nein zur weiteren Aufrüstung Deutschlands und der EU! Für eine neue Politik". 

Schramm bezeichnete es als bedauerlich, dass es trotz der derzeitigen weltpolitischen Lage nicht gelungen sei, "mehr Menschen auf die Straße zu bringen". Grundsätzlich seien die Veranstalter aber zufrieden mit den Teilnehmerzahlen.

Der Ruhr-Ostermarsch war erstmals 1961 organisiert worden, in den 1970er Jahren gab es eine Unterbrechung. 1982 wurde die Veranstaltung wiederbelebt, in den 1990er Jahren folgte die Erweiterung zum Ostermarsch Rhein-Ruhr. 

Der diesjährige Ostermarsch durch die Region war am Samstagvormittag mit 200 Teilnehmern in Duisburg gestartet. Anschließend folgten Kundgebungen in Düsseldorf und Köln. Bei der Veranstaltung in der NRW-Landeshauptstadt warnte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) vor etwa 700 Zuhörern vor erstarkenden rechtspopulistischen und -extremistischen Strömungen in Deutschland.

Am Sonntag folgte eine etwa 30 Kilometer lange Radetappe von Essen nach Bochum. Die Teilnehmer legten am Mahnmal im Gelsenkirchener Stadtgarten einen Kranz nieder und gedachten der Opfer von Faschismus und Gewalt.

Bei einer Kundgebung in Bochum kritisierten Redner, dass die Bundeswehr junge Menschen bereits im Alter von unter 18 Jahren zu rekrutieren versuche. Allein im vergangenen Jahr hätten bereits rund 1.500 Minderjährige einen Vertrag bei der Bundeswehr unterschrieben und ihren freiwilligen Dienst dort angetreten, erklärte Schramm.

Am Montag marschierten die Friedensaktivisten dann zum Abschluss von Bochum in die Dortmunder Innenstadt. Bei einem Zwischenstopp im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld setzten die Ostermarschierer überdies ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass. In dem Stadtteil leben überdurchschnittlich viele Neonazis und Rechtsradikale. An der letzten Etappe des Ostermarsches beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 500 Menschen.

Überdies gab es bundesweit weitere Ostermarsch-Veranstaltungen. In Saarbrücken demonstrierten am Samstag rund 200 Menschen unter dem Motto "Macht Frieden. Für zivile Lösungen!". Sie kritisierten, dass Deutschland drittgrößter Waffenexporteur der Welt sei und forderten "offenen Grenzen für Menschen statt für Waffen". In Büchel in der Eifel demonstrieren am Ostermontag rund 200 Menschen an dem dortigen Fliegerhorst für die Abschaffung der Atomwaffen und ein Ende der "Nato-Aufrüstung in Osteuropa". Zudem forderten die Teilnehmer ein Ende der Waffenexporte in Krisengebiete und einen Stopp der "EU-Militarisierung".

In NRW versammelten sich Friedensaktivisten zu weiteren Kundgebungen unter anderem in Bielefeld, Bonn und Krefeld sowie zu einer Mahnwache am Forschungszentrum Jülich, wo für Forschungszwecke ein Kernreaktor in Betrieb ist. Zudem fand an Karfreitag eine Demonstration an der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau statt, an der sich rund 250 Menschen beteiligten.

Insgesamt waren dem Netzwerk Friedenskooperative in Bonn zufolge über die Osterfeiertage bundesweit knapp 100 Ostermarschaktionen geplant. Im vergangenen Jahr nahmen laut den Veranstaltern bundesweit rund 20.000 Menschen teil.