Ostermärsche gestartet: Protest gegen Krieg, Aufrüstung und Atomkraft

Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine, weltweite Aufrüstung und mögliche Wehrpflicht: Gründe für Proteste haben die Ostermarschierer zuhauf. Die Teilnehmerzahl bewegt sich bislang auf dem Niveau des Vorjahres.

Bonn, Bruchköbel (epd). Friedensaktivisten haben am Karfreitag in mehreren Städten gegen Kriege, Aufrüstung und Atomtransporte demonstriert. Eine Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau bildete den Auftakt der diesjährigen Ostermärsche in Nordrhein-Westfalen. Kundgebungen gab es auch in Bruchköbel bei Hanau, Gütersloh, Biberach, Chemnitz und Jagel. Bereits am Gründonnerstag wurde in Regensburg, Erfurt, Jena und Königs Wusterhausen demonstriert. Insgesamt sind in diesem Jahr bundesweit 124 Aktionen angemeldet. Hauptaktionstag ist Karsamstag, die Ostermärsche enden am Ostermontag.

Die Teilnehmerzahlen der ersten Kundgebung bewegten sich nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative in Bonn in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Zu der Kundgebung in Bruchköbel kamen nach Veranstalterangaben knapp 200 Menschen. In den Reden sei es den Abbau des Sozialsystems zur Finanzierung von Kriegsvorbereitungen und um die drohende Rückkehr zur Wehrpflicht gegangen, sagte Erich Ehmes, Sprecher der Hanauer Friedensplattform, dem Evangelischen Pressedienst (epd). In der Nähe von Bruchköbel befand sich einst ein Luftwaffenstützpunkt, an dem während des Kalten Krieges auch Nuklearsprengköpfe gelagert worden waren.

Proteste gegen Kriege, Rüstung und Wehrpflicht

Hauptthemen der Friedensaktivisten waren auch die Kriege im Nahen Osten und in der Golf-Region sowie in der Ukraine. An der Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau standen die Forderungen nach einer sofortigen Stilllegung der Atomanlage sowie ein Stopp der umstrittenen Atomtransporte im Vordergrund.

Als Gefahren nannte ein Sprecher der Atomkraftgegner, dass in Gronau Container mit Tausenden Tonnen Uranhexafluorid unter freiem Himmel gelagert würden. Sie seien nicht gesichert gegen Sabotage oder etwaige Angriffe aus der Luft. Kritisiert wurden auch die Atomtransporte von Jülich nach Ahaus sowie von Gronau nach Frankreich. Der Ostermarsch stand unter dem Motto „Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt. Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit. Energiewende statt Atomwaffen und Uranmüll“.

Über 70 Ostermärsche am Karsamstag

Am Karsamstag, dem Hauptaktionstag der traditionellen Ostermärsche mit bundesweit mehr als 70 angekündigten Protestaktionen, starten unter anderem Demonstrationszüge in Wiesbaden, Kassel und Kaiserslautern. Am Ostermontag sind Kundgebungen in Frankfurt am Main und am Fliegerhorst Büchel in der Eifel geplant.