Münster und Osnabrück begehen Europäisches Kulturerbejahr
Münster/Osnabrück (epd). "Frieden.Europa" nennen die Städte Münster und Osnabrück ihren gemeinsamen Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018. Dazu zählen Ausstellungen, mediale Vermittlungsformen und das "Labor Europa", wie Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) am Montag ankündigte. Alle Beiträge beleuchteten das Thema Frieden. "400 Jahre nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges und 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hat dies für unsere Städte eine große Bedeutung."
Zu den Projekten gehört unter anderem ein digitales Vermittlungskonzept für das Rathaus in Münster. Durch den Einsatz von Screens, Apps und Tablets soll Besuchern die Bedeutung des Friedenssaals nähergebracht werden. Zugleich sollen die Friedensverhandlungen, die hier stattfanden und 1648 zum Westfälischen Frieden führten, eine Orientierung für die Lösung von Gegenwartsproblemen bieten.
Osnabrück lädt vom 16. bis 26. August 60 junge Menschen aus verschiedenen Ländern ins "Labor Europa" ein. Hier sollen sie sich künstlerisch und medial mit dem Thema Europa auseinandersetzen. Unterstützt werden sie dabei von Kultureinrichtungen der Stadt. Dokumentiert wird ihre Arbeit tagesaktuell in Social-Media-Portalen. "Wir wollen mit der Aktion europäische Werte neu erfahrbar machen", erklärte der Osnabrücker Stadtrat Wolfgang Beckermann. Das "Labor Europa" wird sich auch in Münster und bei der Osnabrücker Kulturnacht am 25. August präsentieren.
In Münster beschäftigt sich die Ausstellung "Frieden. Von der Antike bis heute" vom 28. April bis 2. September mit Bildern, Gesten und Ritualen des Friedens. Sie findet zeitgleich in vier Museen statt und soll zeigen, wie sich Menschen in verschiedenen Epochen um Frieden bemüht haben. Beteiligt sind das Museum für Kunst und Kultur mit Bildern und Friedensvisionen von Peter Paul Rubens, Eugène Delacroix, Wilhelm Lehmbruck, Otto Dix und Käthe Kollwitz sowie das Archäologische Museum, das sich mit der Bedeutung des Friedens in der griechischen und römischen Antike befasst.
Das Picasso-Museum zeigt 50 Kunstwerke von Pablo Picasso und seine Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden. Das Stadtmuseum widmet sich der Rezeptionsgeschichte des Westfälischen Friedens seit Ende des 19. Jahrhunderts bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Zudem blickt das katholische Bistum Münster in einem eigenen Ausstellungsteil im Museum für Kunst und Kultur auf Ideen des Friedens im Christentum von der Spätantike bis heute.