Mindestens 25 Tote bei Anschlag auf Schule in Kabul
Kabul (epd). Bei einem Selbstmordattentat auf eine Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Mittwoch mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Die Mehrzahl der Opfer waren Schüler und Schülerinnen, die sich auf Aufnahmeprüfungen für Universitäten vorbereiteten, wie afghanische Medien berichteten. Mindestens 35 Menschen wurden verletzt.
Die Privatschule liegt in einem schiitischen Wohngebiet im Westen der Stadt. In den Klassenräumen werden Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet, was ungewöhnlich für Afghanistan ist, wo in Schulen meist eine strenge Geschlechtertrennung herrscht. Mehr als 100 Schüler sollen zum Zeitpunkt der Explosion in der Schule gewesen sein. Die meisten von ihnen sind um die 18 Jahre alt.
Die aufständischen Taliban bestritten jede Beteiligung an dem Anschlag. Anwohner des Wohnviertels machten die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) für das Attentat verantwortlich. Bereits in der Vergangenheit hatte der IS, der sich in Afghanistan "Daesh" nennt, blutige Anschläge auf schiitische Moscheen und Zentren verübt.
Am Freitag hatten die aufständischen Taliban die Provinzstadt Ghasni, 150 Kilometer von Kabul entfernt, angegriffen. Bei den fünf Tage währenden Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Islamisten starben mindestens 300 Menschen - darunter auch über 100 Zivilisten.