Militärbischof Rink: Kosovo dringend auf Hilfe angewiesen

Stuttgart (epd). Der Friedensprozess im Kosovo ist nach den Worten des evangelischen Militärbischofs Sigurd Rink dringend auf verstärkte internationale Unterstützung angewiesen. 16 Jahre nach Ende des Kosovo-Krieges gebe es noch viel zu wenige "zarte Pflanzen" eines friedlichen Zusammenlebens von Albanern und serbischer Minderheit, sagte Rink am Donnerstag in einem Bittgottesdienst für den Frieden auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart.

Bis heute ist das Kosovo vollkommen von auswärtiger Hilfe abhängig. Polizei und Behörden gelten als weitgehend korrupt, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei etwa 60 Prozent, die Analphabetenrate ist hoch.

Rink betonte, das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren sei auch ein Anlass, an die Völker zu erinnern, die noch lange nicht versöhnt seien. "Wir dürfen mit allen und auch mit politischen Mitteln nicht nachlassen, damit wir nicht abermals und ungewollt in einen kalten Krieg geraten."

Vor Beginn des Bittgottesdienstes in der katholischen Domkirche St. Eberhard, der vom Heeresmusikkorps Ulm begleitet wurde, protestierten vereinzelt Kirchentags-Teilnehmer vor den Türen gegen die Kirchliche Friedensarbeit. "Militärbischof und Militärmusik, so unterstützt die Kirche das Militär und den Krieg", war auf einem Schild zu lesen. Der Gottesdienst blieb ungestört. Dafür dankte Rink nach Ende der Feier den Demonstranten.