Merkel befürwortet Militärschläge gegen Syrien
Berlin (epd). Die Bundesregierung hat sich hinter die westlichen Militärschläge in Syrien gestellt. "Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in Berlin. "Wir unterstützen es, dass unsere amerikanischen, britischen und französischen Verbündeten als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in dieser Weise Verantwortung übernommen haben."
100 Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkrieges seien alle aufgerufen, einer Erosion der Chemiewaffenkonvention entgegenzuwirken. "Deutschland wird alle diplomatischen Schritte in diese Richtung entschlossen unterstützen", sagte Merkel. Eine militärische Beteiligung Deutschlands an einem Angriff auf Syrien hatte die Bundeskanzlerin bereits am Donnerstag ausgeschlossen.
Die USA, Frankreich und Großbritannien griffen in den frühen Morgenstunden des Samtstages nach eigenen Angaben Chemiewaffen-Installationen des Assad-Regimes an. Die westlichen Mächte wollen damit einen mutmaßlichen Angriff des Assad-Regime mit den international geächteten Chemiewaffen auf die Rebellenstadt Duma vor einer Woche bestrafen. Bei der möglichen Giftgasattacke starben nach Erkenntnissen von Hilfsorganisationen Dutzende Menschen, Hunderte wurden verletzt. Assad und Russland bestreiten den Angriff.
In Syrien kämpfen Machthaber Baschar al-Assad, Rebellengruppen und Terroristen um die Macht. Russland und der Iran unterstützen Assad. Seit 2011 kamen durch die Gewalt Hunderttausende Menschen ums Leben, Millionen sind auf der Flucht.