Menschenrechtler: Deutschland soll Finanzierung syrischer Milizen offenlegen
Göttingen (epd). Die Bundesregierung muss nach Ansicht von Menschenrechtlern offen legen, ob und wie Deutschland syrische oppositionelle Gruppen finanziell unterstützt. Es sei zu befürchten, dass auch islamistische Gruppierungen Geld erhielten, die den Angriffskrieg der Türkei und bewaffneter Radikalislamisten gegen die Kurdenregion Afrin in Nordsyrien verherrlichten, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker am Montag.
"Uns ist bekannt, dass beispielsweise die 'Nationalkoalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte' in Berlin ein Verbindungsbüro unterhält und Vertreter dieser Bewegung auf Veranstaltungen auftreten", sagte der Nahostexperte der Menschenrechtsorganisation, Kamal Sido. Diese Gruppierung werbe auf ihrer Website offen für den Krieg gegen Afrin. "Es darf nicht sein, dass Deutschland solche Bewegungen mitfinanziert", fügte Sido hinzu."
Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker begehen die bewaffneten und von der Türkei unterstützten syrischen oppositionellen Gruppen immer mehr Gräueltaten in Afrin. In sozialen Medien kursierten Bilder, die die Schändung der Leiche einer kurdischen Kämpferin durch protürkische syrische Islamisten zeigten. In dem Video sei zu sehen, "wie der Leichnam der Kurdin an ein Fahrzeug gebunden durch die Straßen geschleift wird". Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte habe diesen Vorfall bestätigt.