Konfliktparteien im Südsudan planen Teilung der Macht

Frankfurt a.M./Khartum (epd). Nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg im Südsudan bewegen sich Regierung und Rebellen aufeinander zu. Präsident Salva Kiir und mehrere Oppositionsparteien unterzeichneten eine vorläufige Vereinbarung zur Teilung der Macht, wie der Sender Radio Tamazuj am Mittwochabend berichtete. Der frühere Vizepräsident und wichtigste Rebellenchef Riek Machar sei bei der Unterzeichnung in der sudanesischen Hauptstadt Khartum präsent gewesen, meldete der britische Sender BBC.

Ob ein Friedensschluss gelingt, bleibt aber fraglich. Ähnliche Vereinbarungen in der Vergangenheit haben nicht zu einem Ende des Konflikts geführt. Die offizielle Unterzeichnung des neuen Abkommens soll am 5. August in Khartum stattfinden. 

Allen Konfliktparteien im Bürgerkrieg werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Zehntausende Menschen wurden getötet. Mehr als 2,5 Millionen der rund zwölf Millionen Südsudanesen flohen nach UN-Angaben in Nachbarländer. Mehrere Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Vereinten Nationen sprechen von einer der größten humanitären Krisen weltweit. Der Südsudan wurde erst 2011 vom Sudan unabhängig und zählt trotz Ölvorkommen zu den ärmsten Ländern der Welt.