Kolumbiens Farc-Guerilla übergibt Kindersoldaten
Rio de Janeiro (epd). Die kolumbianische Farc-Guerilla hat im Rahmen des Friedensprozesses mit der Übergabe von minderjährigen Kämpfern an das Rote Kreuz begonnen. Im Bundesstaat Antioquia im Nordwesten des Landes entließ die Farc am Freitag (Ortszeit) die ersten sieben Kindersoldaten, wie der Hörfunksender Caracol auf seiner Internetseite berichtete. Die Zahl von Jugendlichen in den Reihen der linken Rebellen wird allein in diesem Bundesstaat auf 29 geschätzt.
Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sollen in den kommenden vier Wochen alle Minderjährigen den Behörden übergeben werden. Mitarbeiter der Organisation werden dazu in allen 26 Schutzzonen präsent sein, in denen sich bis Mitte Februar die knapp 7.000 Guerilleros zur Entwaffnung und Vorbereitung auf das bürgerliche Leben eingefunden haben.
Nach einem Gesundheitscheck sollen die Jugendlichen an zehn Sammlungspunkten Mitarbeitern des Kinderhilfswerks Unicef übergeben werden. Das Rote Kreuz bietet ihnen auch Unterstützung zur Kontaktaufnahme mit den Eltern an.
Anfang Dezember unterschrieben die Regierung Kolumbiens und die linken Rebellen der Farc ein in fast vier Jahren ausgehandeltes Friedensabkommen. Anfang März begann die Farc, ihre Waffen unter UN-Aufsicht abzugeben.
Der Bürgerkrieg zwischen der Regierung, mehreren Rebellengruppen und paramilitärischen Todesschwadronen hatte sich in den 60er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit entzündet. Seither wurden etwa 340.000 Menschen getötet, mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden vertrieben. Mit der kleineren Guerillagruppe ELN hat die Regierung Anfang Februar ebenfalls formale Friedensverhandlungen aufgenommen.