Kirchenpräsident: Ukraine gehört mit an den Verhandlungstisch
Bremen (epd). Die Ukraine muss nach Ansicht des Bremer Kirchenpräsidenten Bernd Kuschnerus bei Verhandlungen über Gebietsabtretungen an Russland mit am Verhandlungstisch sitzen. „Es darf keine Lösung über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg geben. Das Leid des Krieges um den Preis neuen Leids durch dauerhafte Besatzung und Vertreibung zu beenden, ist kein gerechter Frieden“, sagte der leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche am Freitag. Am Sonntag (24. August) feiert die ukrainische Community zusammen mit der bremischen Kirche den Unabhängigkeitstag ihres Landes. Geplant ist ein Fest mit Gottesdienst um 12.05 Uhr auf dem Bremer Marktplatz, bei dem Kuschnerus predigen wird.
Kuschnerus mahnte, das Leid der Menschen durch die ständigen Angriffe russischer Drohnen und Raketen nicht zu vergessen. „Während von Dritten nach wie vor nur über die Ukraine und mögliche Friedenslösungen geredet wird, sterben dort gleichzeitig Tag und Nacht weiterhin Menschen. Das Töten unschuldiger Zivilisten muss ein Ende haben, bevor glaubwürdig über Frieden gesprochen werden kann“, unterstrich der Theologe. Der Friedensbeauftragte Andreas Hamburg ergänzte, auch Deutschland müsse sich an den Überlegungen über die Zukunft der Ukraine und ihrer Freiheit und Unabhängigkeit beteiligen. „Auch wir müssen bereit sein, unseren Anteil am Preis der Freiheit zu tragen.“
Die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine erfolgte am 24. August 1991. Seither wird dort jährlich der Unabhängigkeitstag gefeiert, der zugleich der Nationalfeiertag ist.