Hohe Abbrecherquote bei Offiziersausbildung der Bundeswehr

Essen (epd). Jeder fünfte Offiziersanwärter bei der Bundeswehr bricht in den ersten sechs Monaten seine Ausbildung ab. Weitere 24 Prozent beenden ihr Studium an einer Bundeswehr-Universität vorzeitig, wie die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Sonntag) unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums berichten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Ausbildung der Truppe modernisieren. 

Das Training soll dem Zeitungsbericht zufolge dezentraler werden und näher an den späteren Einsatzorten der Soldaten stattfinden. Zudem sollten die Soldaten in der Grundausbildung stärker als bisher nach Leistungsstufen eingruppiert werden. Im Einzelfall sollten sie an höhere körperliche Anforderungen behutsam herangeführt und besser betreut werden.

Kritik an der Ausbildung bei der Bundeswehr war unter anderem laut geworden, nachdem im vergangenen Sommer bei einem Eingewöhnungsmarsch der Offiziersanwärter im niedersächsischen Munster bei knapp 30 Grad Außentemperatur mehrere Soldaten Hitzeschläge erlitten hatten. Ein 21-Jähriger starb.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) sagte den Funke-Zeitungen, allen Offiziersanwärtern müsse bewusst sein, dass sie einen Marsch jederzeit ohne negative Folgen abbrechen könnten. Bartels befürwortete die Pläne von der Leyens, nach denen die Rekruten besser betreut werden sollen. "Dafür braucht man aber mehr Personal", erklärte der Wehrbeauftragte. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich (SPD), erwartet einen Reformvorschlag des Ministeriums noch vor der Sommerpause.