Hilfsorganisationen mahnen schnelle Hilfe für den Jemen an
Bonn (epd). Vor der dritten UN-Geberkonferenz für den Jemen haben Hilfsorganisationen schnelle Hilfe für das Bürgerkriegsland angemahnt. Rund 3,5 Milliarden Euro würden dort für humanitäre Hilfe in diesem Jahr benötigt, erklärte die Hilfsorganisation Care am Freitag in Bonn. Es brauche zudem dringend politische Maßnahmen, um die Gewalt zu beenden. Die Geberkonferenz beginnt am Dienstag in Genf.
Die Welthungerhilfe verwies darauf, dass sich trotz eines der größten Hilfseinsätze der Vereinten Nationen und internationaler Organisationen die humanitäre Lage im Jemen dramatisch verschlechtert habe. 24 Millionen Menschen benötigen Hilfe, um zu überleben. Das seien etwa 80 Prozent der Bevölkerung. Rund zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren litten an akuter Unterernährung.
Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel erklärte, Millionen von Familien im Jemen hätten kein Einkommen mehr. Eltern wüssten nicht, wovon sie ihre Kinder ernähren sollen. Zudem hätten die Gefechte wieder zugenommen. "Die Kriegsparteien müssen die Vereinbarungen, die im Dezember in Schweden getroffen wurden, auch einhalten." Die Regierung und die Huthi-Rebellen hatten sich unter UN-Vermittlung auf einen Waffenstillstand für die Provinz Hodeidah mit der gleichnamigen strategisch wichtigen Hafenstadt verständigt.
Im Jemen kämpfen die Regierung und eine Militärkoalition unter Führung von Saudi-Arabien gegen die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Seit März 2015 kamen rund 10.000 Menschen ums Leben, etwa 70.000 Menschen wurden verletzt.