Friedensvereinbarung im Südsudan gebrochen
Frankfurt a.M. (epd). Im Südsudan wird auch das jüngste Friedensabkommen nicht eingehalten. Nach der Unterzeichnung am Mittwoch fanden am Wochenende wieder Kämpfe statt, wie die UN-Mission Unmiss am Samstagabend mitteilte. Bei einem Angriff auf einen UN-Konvoi wurde den Angaben zufolge ein nepalesischer Blauhelm-Soldat verletzt. Die Konfliktparteien hatten am Mittwoch eine Vereinbarung unterzeichnet, die den seit 2013 dauernden Bürgerkrieg beenden sollte. Auch frühere Abkommen wurden immer wieder verletzt.
Ein Soldat der Armee gab der Mitteilung zufolge am Samstagmorgen Schüsse auf UN-Friedenstruppen ab. Der Vorfall zeige, dass die Regierung ihre Truppen nicht unter Kontrolle habe und Soldaten weiterhin Menschenrechtsverletzungen begingen, sagte der UN-Sondergesandte und Unmiss-Leiter, David Shearer. Im Bundesstaat Central Equatoria kam es zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen.
Am Mittwoch hatten die Regierung von Präsident Salva Kiir und mehrere Rebellengruppen ein Abkommen unterzeichnet, das die Erneuerung eines Friedensvertrags aus dem Jahr 2015 vorsah. Der blutige Konflikt flammte seither trotzdem immer wieder auf. Shearer sagte, die Unterzeichnung am Mittwoch sei ein positives Zeichen gewesen. "Es ist entmutigend, dass die Kämpfe trotz des Abkommens weitergehen."
Im vergangenen Monat hatten die Hauptkontrahenten, Präsident Kiir und Rebellenführer Riek Machar, eine Einigung erzielt, die am Mittwoch offiziell wurde. In dem Abkommen wurde eine Entwaffnung der Rebellengruppen und die Teilung der Regierung vereinbart. So soll Kiir Präsident bleiben und Machar als erster Stellvertreter in die Regierung zurückkehren. Er war bereits Vizepräsident.
Der Südsudan wurde 2011 vom Sudan unabhängig. Obwohl das Land reich an Erdölvorkommen ist, gehört es zu den ärmsten der Welt. Etwa 2,5 Millionen der rund zwölf Millionen Südsudanesen flohen vor der Gewalt ins Ausland, etwa zwei Millionen sind innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht. Mindestens die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.