Friedensorganisationen fordern Absage von Rüstungsmesse in Hannover

Mehrere Friedensorganisationen wollen nicht, dass Hannover zum Marktplatz für den weltweiten Waffenhandel wird.

Stuttgart/Hannover (epd). Die am Montag eröffnete Hannover Messe präsentiert in diesem Jahr den neuen Bereich „Defense Production Area“. „Das soll wohl einen Vorgeschmack auf die Rüstungsmesse DSEI Germany geben, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll“, teilt die kirchliche Initiative „Ohne Rüstung Leben“, dazu am Montag in Stuttgart mit. Gemeinsam mit anderen Initiativen wie „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ und dem Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre fordert „Ohne Rüstung Leben“, die Rüstungsmesse DSEI Germany 2027 abzusagen.

Die Messe DSEI (Defence & Security Equipment International) findet laut Mitteilung alle zwei Jahre in London statt. 2025 präsentierten dort mehr als 1.700 Aussteller ihre Waffen und Rüstungsgüter. Über 45.000 Besucher aus aller Welt kamen auch als Delegationen aus völkerrechtsverletzenden Staaten. Auch Konzernen, die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind, habe die DSEI eine Plattform geboten, selbst Zünder für völkerrechtlich geächtete Streumunition seien dort beworben worden, so die Initiative „Ohne Rüstung Leben“. Vom 9. bis 12. März 2027 sei in Hannover die erste DSEI Germany geplant, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe AG.

Hannover als Marktplatz für Waffen?

„Damit würde Hannover zum Marktplatz für den weltweiten Waffenhandel“, kritisiert Charlotte Kehne von „Ohne Rüstung Leben“. Aufgrund der Erfahrungen mit der Muttermesse in London haben sich die Initiativen gemeinsam an den niedersächsischen Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und den Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay (Grüne), gewandt, die derzeit dem Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG vorstehen. Zudem haben sie tausende Aktionsbriefe in Umlauf gebracht.