Friedensorganisation IPPNW demonstriert für Atomwaffenverbot - Bundesweiter Aktionstag geplant
Büchel (epd). Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW hat bei einer Protestaktion am Sonntag am Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in der Eifel ein weltweites Atomwaffenverbot gefordert. Derzeit nehme die Gefahr eines Nuklearkrieges zwischen den USA und Russland wieder zu, warnte der schwedische IPPNW-Aktivist Gunnar Westberg. Ein Atomwaffenverbot könne dieses Risiko reduzieren. An dem Symposium "Verbot von Atomwaffen: Eine europäische Sicht" nahmen Friedensaktivisten aus Deutschland, Schweden, Finnland, den Niederlanden und Mexiko teil.
Inga Blum, Vorstandsmitglied der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), forderte die Bundesregierung auf, sich an den Verhandlungen für einen Atomwaffenverbotsvertrag zu beteiligen, die am 15. Juni in New York in die zweite Runde gehen. Über 130 Staaten wollen über ein verbindliches Abkommen zur Abschaffung von Atomwaffen diskutieren, Deutschland ist nicht dabei.
"Wir fordern, dass Deutschland sich an den Verbotsverhandlungen konstruktiv beteiligt und die hier in Büchel gelagerten Nato-Atomwaffen abziehen lässt", sagte Blum. Die Friedensbewegung vermutet, dass auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst bis zu 20 US-Atomwaffen lagern. Der Boykott der Verhandlungen durch die Bundesregierung nähre den Verdacht, dass sich die Bundesregierung die Option der "nuklearen Teilhabe" aufrechterhalten wolle, kritisierte Blum.
Mit einer ganzseitigen Zeitungsanzeige unter der Überschrift "Frau Merkel, unterstützen Sie das Verbot von Atomwaffen", die am Dienstag in mehreren Blättern erscheinen soll, will die Friedensorganisation erreichen, dass sich Deutschland doch noch an den Verbotsverhandlungen beteiligt. In den nächsten Tagen sind zudem weitere Aktionen in Büchel geplant. Am kommenden Samstag findet unter dem Motto "Deutschland wählt atomwaffenfrei" ein bundesweiter Aktionstag statt.
Die Organisation IPPNW wurde 1980 von einem russischen und einem amerikanischen Kardiologen gegründet. Ziel war die Verhinderung eines Atomkrieges in Zeiten des Kalten Krieges.