Friedensgesellschaft besteht seit 125 Jahren
Stuttgart (epd). Als älteste deutsche Friedensorganisation feiert die Deutsche Friedensgesellschaft ihr 125-jähriges Bestehen. Den Auftakt mache das Neujahrstreffen des Landesverbands Baden-Württemberg am Samstag (14. Januar) in Stuttgart, teilte Landesgeschäftsführer Roland Blach am Montag in Stuttgart mit. Die DFG-VK erinnere dort "an eine Geschichte mit Erfolgen und Rückschlägen".
Die Organisation, die seit 1974 den Zusatz "Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen" und die Kurzbezeichnung DFG-VK führt, engagiert sich für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung, klärt über Ursachen von Gewalt auf und fordert eine Welt ohne Militär. Blach erinnerte in der Mitteilung an die spektakuläre Menschenkette 1983 von Stuttgart nach Neu-Ulm als Protest gegen Atomwaffenstationierungen in Deutschland.
Gegründet wurde die DFG 1892 in Berlin unter anderem von den späteren Friedensnobelpreisträgern Bertha von Suttner und Alfred Hermann Fried. Seit 1899 ist Stuttgart der Sitz der Organisation. Im Ersten Weltkrieg, in der Nazizeit und auch in der Zeit des "Kalten Krieges" war die Organisation unter zum Teil starkem Druck.
Bekannte Mitglieder waren unter anderem der Journalist Carl von Ossietzky, der Pfarrer Otto Umfrid, der Schriftsteller Kurt Tucholsky, der Theologe Martin Niemöller und der Offizier Paul von Schoenaich. Prominente Mitglieder heute sind die Journalisten Jürgen Grässlin und Andreas Zumach.
Bei der Jubiläumsveranstaltung in Stuttgart sprechen Professor i.R. Wolfram Wette zu "Erfolgreich trotz Verfolgung. 125 Jahre Deutsche Friedensgesellschaft" und die Soziologin Lena Sachs über "DFG-VK aus Frauensicht - gestern, heute und morgen". Im Jubiläumsjahr engagiere sich die DFG-VK in "Aktion Aufschrei. Stoppt den Waffenhandel", bei "Büchel ist überall. Atomwaffenfrei.jetzt" und "Schulfrei für die Bundeswehr. Lernen für den Frieden" hieß es in der Mitteilung.