Friedensaktivisten demonstrieren in Kalkar gegen Nato-Einsätze
Kalkar (epd). Die Friedensbewegung in Nordrhein-Westfalen ruft für den Tag der Deutschen Einheit zu einer Demonstration gegen die Kommandozentralen der Nato und der Bundeswehr im niederrheinischen Kalkar auf. Gerade angesichts des Ergebnisses der jüngsten Bundestagswahl wolle man damit ein Zeichen für Frieden, Entspannungspolitik und Abrüstung setzen, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit. Zudem wollen die Veranstalter daran erinnern, dass der Ausbau der militärischen Einrichtungen in Kalkar unter anderem gegen den Vertrag zur Deutschen Einheit verstößt, wonach von deutschem Boden kein Krieg mehr ausgehen darf.
Die Aktion beginnt um 11.30 Uhr mit einer Kundgebung vor der Von-Seydlitz-Kaserne. Dort wollen die Demonstranten mit einer Kranzniederlegung an auf der Flucht gestorbene Menschen erinnern und auf den Zusammenhang von Kriegen und Fluchtbewegungen hinweisen. Anschließend ist eine Demonstration am Marktplatz in Kalkar geplant. Dort sprechen die Geschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes Niederrhein, Angelika Wagner, und das Linken-Bundestagsmitglied Tobias Pflüger. Zum Abschluss sollen 500 Luftballons mit Friedenswünschen aufsteigen.
Der Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner, Joachim Schramm, kritisierte auch die Auslandseinsätze der Bundeswehr. "Gemeinsam mit den USA und anderen Nato-Staaten ist Deutschland wesentliche Kraft in Kriegen wie in Syrien, Mali, Irak und immer noch Afghanistan. Eine Folge davon ist der weltweite Terror, auch in Deutschland." Es brauche Sicherheit durch Verhandlungen, vertrauensbildende Maßnahmen und deutliche Signale der Bundesregierung gegen den Krieg. "Deshalb fordern wir die Schließung der Bundeswehr- und Nato-Kommandozentralen in Kalkar", erklärte Schramm.
Am 7. Oktober plant die Friedensbewegung zudem eine Demonstration in Essen, wo die in Kalkar angesiedelte Nato-Denkfabrik JAPCC (Joint Air Power Competence Centre) ihre Jahrestagung abhält.