Freie Wähler: Wer den Papst angreift, greift christliche Werte an

Im schwelenden Streit zwischen Papst Leo XIV. und US-Präsident Donald Trump verteidigt die Landtagsfraktion der Freien Wähler die christlichen Werte. Wahrer Friede sei nur durch Vergebung und Versöhnung möglich, sagte Fraktionschef Streibl.

München/Washington/Rom (epd). Die in Bayern mitregierenden Freien Wähler stellen sich angesichts des andauernden Disputs zwischen Leo XIV. und US-Präsident Trump hinter den Papst. „Wer das Oberhaupt der katholischen Kirche angreift, greift nicht nur die grundlegenden Werte des Christentums, sondern auch die Überzeugungen von unzähligen Menschen auf der ganzen Welt an“, sagte der Landtagsfraktionsvorsitzende Florian Streibl am Donnerstag.

„Wenn es in der Bibel heißt 'Selig die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes heißen' und 'Suchet den Frieden und jaget ihm nach', dann kommt damit ein christlicher Glaubensgrundsatz zum Ausdruck, der weder Zeit noch Raum kennt - und erst recht keine Politik“, sagte Streibl weiter. Wahrer Friede sei nur durch Vergebung und Versöhnung möglich. Wer aber durch Gewalt Tod und unermessliches Leid über Tausende von Menschen bringe, säe Hass für Generationen.

Katholik Vance unterstellt Papst, theologische Unwahrheiten zu verbreiten

US-Präsident Donald Trump hatte Kritik von Papst Leo XIV. an seiner Politik und dem Vorgehen im Iran harsch zurückgewiesen. Als Reaktion auf die klaren päpstlichen Friedensappelle auch in Richtung des US-Präsidenten schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf seinem Netzwerk Truth Social, Papst Leo solle sich darauf konzentrieren, ein guter Papst zu sein und nicht Politiker.

Leo XIV. zeigte sich davon unbeeindruckt. Er habe „keine Angst vor der Trump-Regierung und auch nicht davor, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden“. Zuletzt hatte sich auch US-Vizepräsident J.D. Vance in die Debatte eingemischt. Laut Medienberichten und Video-Mitschnitten sagte der überzeugte Katholik, dass der Papst vorsichtig sein müsse, wenn er über theologische Inhalte spreche. Man müsse sichergehen, dass die Aussagen „in der Wahrheit verankert“ seien, sagte Vance.

Die grundsätzliche Frage, wie politisch Kirche sein darf, ist nicht neu und kommt regelmäßig auch in Deutschland wieder auf - wenn auch weniger schrill. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) etwa hatte im Bundestagswahlkampf 2025 die Kirchen für ihre Einmischung in die Asylpolitik kritisiert, auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) beklagte eine übertriebene Einmischung der Kirchen in die Tagespolitik im Stile einer Nichtregierungsorganisation (NGO).