Per Fahrrad durch den Pott: Friedensbewegung setzt Ostermärsche fort

Die Friedensbewegung setzt ihre Aktionen am Ostersonntag fort. In NRW machten sich Radfahrer durch das Ruhrgebiet auf den Weg. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr startete in Essen - mit Zielort Bochum. Wehrpflicht und AfD waren Themen.

Essen, Bochum (epd). Die Friedensbewegung hat am Ostersonntag ihre diesjährigen Ostermärsche für Frieden und Abrüstung fortgesetzt. Beim Ostmarsch Rhein-Ruhr ab Essen setzten Menschen auf dem Fahrrad ihre in Duisburg begonnene Etappe fort und machten auf ihrem Weg nach Bochum in Gelsenkirchen, Herne und Wattenscheid Halt. Laut Sprecher Kristian Golla sitzen, wie auch im Vorjahr, rund 100 Radelnde die gesamte Ruhrgebietsstrecke im Sattel und werden etappenweise von jeweils weiteren 20 bis 30 Radfahrern und Besuchern vor Ort verstärkt. Am Zielort der Ostersonntagsetappe, Bochum, erwartet die Bewegung bis zu 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Am Montag endet der Ostermarsch Rhein-Ruhr mit einer Abschlusskundgebung am Nachmittag in Dortmund.

Für die Deutsche Friedensgsesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) sprach Benno Fuchs in Herne. Laut Redetext kritisierte er eine Wehrpflicht und sprach von einem „Kriegszwang“. Es habe wenig damit zu tun, sich zu wehren und als Soldat bei der Bundeswehr zu sein, sagt er. Mittelstreckenwaffenraketen, Atomwaffen und Drohnen, bei denen KI über Leben und Tod entscheide, seien nicht dazu geeignet, sich zu wehren. Wenn 18-Jährige jetzt einen Fragebogen beantworten müssten und ab 2027 gemustert würden, erschwere dies die Sicht darauf, dass die Wehrerfassung nur der erste Schritt ist in Richtung eines allumfassenden Kriegszwangs sei, der auf die Gesellschaft zurolle, mahnte Fuchs und begrüßte Proteste dagegen. Der nächste Schulstreik sei am 8. Mai geplant.

Forderung nach AfD-Verbot

In Wattenscheid sprach Karin Salewski von der Bochumer Gruppe des NRW-Appell für ein Verbot der AfD werben. In der Partei würden die sogenannten völkischen beziehungsweise rechtsextremen Mitglieder und Gruppen bundesweit immer mehr Einfluss gewinnen, mahnte Salewski laut Redetext. Die Partei drohe, in einigen ostdeutschen Bundesländern im Herbst an die Regierungsmacht zu gelangen. Die Partei stehe für Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten, Hass und Hetze bis hin zur Gewaltausübung und gegen eine offene, demokratische Gesellschaft, zu der auch eine unabhängige Presse und Justiz zählten.

Die Ostermärsche haben eine 66-jährige Tradition. Insgesamt finden in diesem Jahr bis Ostermontag knapp 130 Ostermarsch-Aktionen statt. Hauptaktionstag war der Karsamstag mit über 75 Veranstaltungen unter anderem in Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Mainz, Hannover und München. Am Montag gibt es Abschlusskundgebungen unter anderem in Dortmund, Frankfurt am Main und Nürnberg sowie am Fliegerhorst Büchel in der Eifel.