Expertin: Künstliche Intelligenz kann Friedensarbeit unterstützen
In Kriegs- und Krisenregionen spielt die militärische Nutzung Künstlicher Intelligenz eine wichtige Rolle. Wie KI Friedensbemühungen unterstützen kann, erklärten Experten bei einer Online-Veranstaltung der Evangelischen Hochschule Freiburg.
Freiburg (epd). Künstliche Intelligenz werde seit mindestens zehn Jahren in der militärischen Kriegsführung genutzt, aber kaum in der Friedensarbeit, sagte Branka Panic, Gründungsdirektorin des US-Thinktanks „AI for Peace“ (San Francisco) am Montagabend bei einer Online-Veranstaltung der Evangelischen Hochschule in Freiburg. Ihr Institut untersuche, wie sich KI-Systeme für die Prävention von Konflikten und bei der Friedenskonsolidierung nutzen lassen. Diese würden bereits jetzt dazu verwendet, um etwa Konflikte vorherzusagen, sagte Panic.
KI habe das Potenzial, das Leben aller substanziell zu verändern und die Grundlagen für nachhaltigen Frieden und Entwicklung zu legen. Das sei nötiger denn je, erklärte Panic, die 2022 zu einer „100 Brilliant Women in AI Ethics“ gekürt wurde. Aktuell seien 123 Millionen Menschen gewaltsam zur Flucht gezwungen. Weltweit gebe es 566 aktive Konflikte, das sei die größte Anzahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Panic ist Co-Autorin des Buches „AI for Peace“ (2024).
KI-Technologie unterstützend einsetzen
Künstliche Intelligenz lasse sich zur Unterstützung bei der Lösung von Konflikten einsetzen, könne aber keine Menschen bei Friedensverhandlungen ersetzen, sagte Unternehmer Andreas Papp, Gründer von PeaceEye FlexCo, einem Institut für geopolitische Risikoanalyse in Wien. Hilfreich könne die Technologie bei der Vermittlung zwischen Konfliktparteien sein. Auch zur Kommunikation könne sie beitragen, und etwa bei der Übersetzung seltener Sprachen.
Dabei nutzt sein Unternehmen neben KI-Technologie auch Erdbeobachtungstechnologien. Dies könne NGOs und politische Entscheidungsträger bei humanitären, aber auch kommerziellen Operationen in volatilen Regionen unterstützen. Dabei bleibe aber die „menschliche Intelligenz“ unersetzlich, wozu auch vertrauensvolle Kontakte zu Personen vor Ort gehörten. Mittels Mobiltelefonie sei dies mittlerweile auch in den abgeschiedensten Regionen weltweit möglich.