Experten bestätigen Einsatz von Nervengas in Syrien
Den Haag (epd). Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) haben den Einsatz von Giftgas Anfang April in Syrien bestätigt. Dass bei dem Angriff auf den Ort Chan Scheichun Nervengas benutzt worden sei, sei unbestreitbar, erklärte die Organisation am Mittwochabend an ihrem Sitz in Den Haag. Die Analyse von Proben belege, dass es sich um Sarin oder ähnliche Substanzen handele. Sarin ist nach der Chemiewaffen-Konvention verboten, der Syrien beigetreten ist. Angaben zu den Tätern machte die OPCW nicht.
Der Luftangriff auf Chan Scheichun in der Provinz Idlib hatte weltweit Empörung ausgelöst. Unter den mehr als 80 Opfern waren auch Kinder. Die USA und andere westliche Staaten sind überzeugt, dass das Regime von Baschar al-Assad das Giftgas einsetzte. Die Regierung in Damaskus und ihr Verbündeter Russland bestreiten dies und beschuldigen Rebellen. Die USA reagierten mit der Bombardierung eines syrischen Luftwaffenstützpunkts.
Sarin zählt zu den gefährlichsten Nervengasen. Selbst das Einatmen einer niedrigen Konzentration kann innerhalb weniger Minuten zum Tod führen. Der Generaldirektor der OPCW, Ahmet Üzümcü, kündigte weitere Ermittlungen zu Chan Scheichun an. Die Organisation überwacht die Einhaltung der Chemiewaffen-Konvention, die die Produktion, den Besitz und den Einsatz von chemischen Waffen verbietet. Obwohl sich Syrien verpflichtet hatte, alle Bestände zu vernichten, kam es immer wieder zu Angriffen mit den geächteten Waffen. Zumeist wurde jedoch Chlorgas verwendet, das auch in der Industrie benutzt wird.