Erste Fragebögen für neuen Wehrdienst werden Mitte Januar versendet
Nach der Billigung durch die Bundesländer kann das neue Wehrdienstgesetz in Kraft treten. Bereits im Januar soll es mit der Wehrerfassung losgehen.
Berlin, Düsseldorf (epd). Bereits im Januar sollen die ersten Fragebögen zur Wehrfassung versendet werden. Die ersten Briefe sollen an junge Leute gehen, die seit Anfang Januar 2026 volljährig geworden sind, wie das Bundesverteidigungsministerium am Freitagabend mitteilte. Das Ausfüllen des Fragebogens, mit dem die Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr abgefragt wird, ist für junge Männer verpflichtend, der Dienst selbst bleibt freiwillig.
Der Bundesrat hatte das Wehrdienstgesetz am Freitag gebilligt. Frauen, die kommendes Jahr 18 Jahre alt werden, werden ebenfalls angeschrieben. Sie sind aber nicht verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen. Die Schreiben werden auch über andere Freiwilligendienste informieren.
Interesse für die Bundeswehr wird in Skala eingetragen
Die Briefe erhalten laut Verteidigungsministerium einen QR-Code, der eingescannt zu dem Online-Fragebogen führt. Die Angeschriebenen müssen dort binnen eines Monats zwölf Fragen zur Schul- und etwaigen Berufsausbildung sowie zu Größe, Gewicht und geschätztem Fitnesslevel machen.
Die Bereitschaft, zur Bundeswehr zu gehen, wird anhand einer Skala abgefragt - von 0 für „kein Interesse“ bis 10 für besonders großes Interesse. Gefragt wird auch, ob es eine bevorzugte Gattung wie Heer, Marine oder Luftwaffe gibt und wie lange man sich den Dienst für die Bundeswehr vorstellen kann.
Zahl der aktiven Soldaten soll deutlich steigen
Ziel des neuen Wehrdienstes ist es, mehr Soldatinnen und Soldaten für die Bundeswehr zu rekrutieren. Der Dienst bleibt zunächst freiwillig, auch wenn die Beantwortung des Bogens verpflichtend ist. Wer nicht antwortet, riskiert ein Bußgeld. Verpflichtend wird für junge Männer künftig auch wieder die Musterung sein.
Dem Gesetz zufolge soll die Bundeswehr 2026 zwischen 186.000 und 190.000 aktive Soldatinnen und Soldaten haben. Bis 2035 soll diese Zahl auf 255.000 bis 270.000 steigen. Aktuell hat die Bundeswehr rund 183.000 aktive Soldatinnen und Soldaten.