EKD-Friedensbeauftragter: Menschen sollten miteinander reden
Magdeburg/Bremen (epd). Der kirchliche Friedensbeauftragte Renke Brahms hat die Bundesbürger dazu aufgerufen, mehr miteinander ins Gespräch zu kommen. "Es gibt Menschen in unserer Gesellschaft, die sich nicht wirklich gesehen fühlen, die sich von der Politik nicht gesehen fühlen", sagte Brahms am Sonnabend bei einer Bibelarbeit beim "Kirchentag auf dem Weg" in Magdeburg. Dies führe zu Aggressionen und Verdrossenheit. Auch die Kirche müsse sich fragen, ob sie die Menschen wirklich sehe, fügte der Beauftragte der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD) hinzu.
Es sei ein Phänomen, dass die Ausländerfeindlichkeit dort am größten sei, wo der Ausländeranteil relativ gering sei. Viele würden auch den Umgang mit Ausländern bewusst meiden, um ihre Vorurteile weiter pflegen zu können. "Wir sollten miteinander reden und nicht übereinander", sagte der leitende Bremer Theologe. Dies sei der beste Weg zum Frieden.
Zugleich verwies er auch auf die Gefahren sozialer Medien, in denen gemobbt und gepöbelt, das direkte Gespräch aber vermieden und abgelehnt werde. Mit Blick auf die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich sagte Brahms: "Wenn wir etwas verändern wollen, dann müssen wir nicht eine Kirche für die Armen, sondern eine Kirche mit den Armen sein."
Parallel zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg finden seit Donnerstag sechs regionale "Kirchentage auf dem Weg" in acht mitteldeutschen Städten statt. Gemeinsam mit dem Berliner Kirchentag münden sie am Sonntag in den Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen in Wittenberg. Der Kirchentag steht unter der biblischen Losung "Du siehst mich".