Diakonie: Freiwilligendienste als echte Alternative zum Wehrdienst
Ein "Recht auf Freiwilligendienste" hat die badische Diakonie-Chefin Sabine Jung gefordert. Diese sollten als Alternative zum Wehrdienst aufgebaut und finanziell attraktiver werden.
Karlsruhe (epd). In der Debatte um den neuen Wehrdienst hat sich die badische Diakonie-Chefin Sabine Jung für eine echte Wahlfreiheit ausgesprochen. „Junge Menschen sollen selbst entscheiden können“, forderte Jung beim gemeinsamen Jahrespressegespräch der Evangelischen Landeskirche in Baden und ihrer Diakonie am Montagabend in Karlsruhe. Als Alternative müsse es ein „Recht auf Freiwilligendienste“ geben.
Dazu müssten die Freiwilligendienste aufgebaut und auch finanziell attraktiver werden, sagte die Leiterin des landeskirchlichen Referats Diakonie und Seelsorge und Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Baden. Dazu gehöre etwa eine Entlohnung auf Bafög-Niveau und eine kostenlose Mobilität. So könnten die Teilnehmerzahlen an Freiwilligendiensten bis 2030 auf 200.000 Personen verdoppelt werden.
Wohnen als grundlegendes Menschenrecht
Als grundlegendes Menschenrecht bezeichnete die evangelische Theologin das Recht auf eine Wohnung. Jeder habe das Recht, in Würde und Sicherheit zu leben. In Baden-Württemberg seien derzeit 94.550 Menschen wohnungslos. Für viele Menschen habe sich die Wohnsituation verschlechtert. „Wohnen wird zum Armutsrisiko“, so Jung. Das führe zu Verunsicherungen und gefährde damit auch die Demokratie. Hier müssten Kirche und Politik gemeinsam Lösungen finden.