Bündnis Kindersoldaten fordert Exportstopp für Kleinwaffen
Berlin (epd). Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten fordert von der Bundesregierung einen vollständigen Exportstopp von Kleinwaffen. Deutschland liefere diese Waffen auch in Konfliktregionen, in denen Kindersoldaten eingesetzt werden, kritisierte Bündnissprecher Ralf Willinger am Donnerstag in Berlin. Dazu gehörten der Nahe Osten, Indien, Pakistan und die Philippinen. "Deutschland ist mit verantwortlich für die Eskalation von bewaffneten Konflikten und das Leid vieler Kinder in diesen Ländern", sagte Willinger, Kinderrechtsexperte bei "Terre des hommes".
Das Bündnis, dem auch die Kindernothilfe und World Vision Deutschland angehören, hatte gemeinsam mit "Brot für die Welt" die Studie "Kleinwaffen in Kinderhänden. Deutsche Rüstungsexporte und Kindersoldaten" in Auftrag gegeben. Ziel war, die Zusammenhänge zwischen dem Export von Kleinwaffen und der Rekrutierung von Kindersoldaten aufzuzeigen.
Kleinwaffen wie Sturm- und Maschinengewehre sowie Pistolen würden wegen ihres geringen Gewicht und der einfachen Bedienung oft an Kindersoldaten ausgegeben, erklärte Andreas Dieterich von "Brot für die Welt". Die Langlebigkeit der Waffen und ihr einfacher Transport potenziere das Problem und mache ihren Einsatz auf Dauer unkontrollierbar. "Deshalb sind wir für einen sofortigen Exportstopp", sagte Dieterich.
Schätzungen zufolge gibt es in Konflikten weltweit rund 250.000 Kindersoldaten. Die Kinder werden meist zum Einsatz gezwungen. Teils seien die Kinder erst sechs oder acht Jahre alt und würden für Aufgaben benutzt, die Erwachsene nicht übernehmen wollten, etwa Minenfelder zu räumen, erklärte das Bündnis. Mädchen würden häufig sexuell missbraucht, zunehmend aber auch als Selbstmordattentäterinnen verpflichtet. Die massiven Menschenrechtsverletzungen seien eine "schwere Hypothek für jede Gesellschaft", sagte Dieterich.