Bischof Dieser mahnt Einsatz für Frieden und Dialog an
Aufrüstung und Verteidigungsfähigkeit dürfen nach Ansicht des Aachener Bischofs Dieser nur den Frieden als Ziel haben. Bei Soldatinnen und Soldaten liege deshalb eine besondere Verantwortung.
Aachen (epd). Der Aachener Bischof Helmut Dieser hat dazu aufgerufen, sich für Frieden und Dialog einzusetzen. Friedenssicherung brauche Menschen mit Haltung, Gewissen und Führungsverantwortung, die sich nicht von Resignation oder Feindbildern leiten lassen, sagte er am Mittwoch im Soldatengottesdienst im Aachener Dom. „Wir brauchen Menschen, die Brücken bauen, Verantwortung übernehmen und dem Glauben an Verständigung mehr zutrauen als dem Fatalismus eines angeblich unvermeidlichen Krieges.“
Soldatinnen und Soldaten seien in besonderer Weise gefordert, Verteidigungsbereitschaft und Friedensverantwortung miteinander zu verbinden, sagte der Bischof. „Wer den Frieden liebt, darf sein Herz niemals der Logik des Krieges überlassen.“ Auch dort, wo Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit notwendig seien, müsse das Ziel immer der Frieden bleiben, betonte Dieser.
Viele Menschen enttäuscht und verunsichert
Viele Menschen fühlten sich heute enttäuscht und entfremdet, sagte der Bischof mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kriege im Nahen Osten geopolitische Veränderungen und gesellschaftliche Polarisierungen. Die Hoffnungen nach dem Ende des Kalten Krieges seien vielerorts einer neuen Unsicherheit gewichen.
Der katholische Theologe betonte, dass Frieden nicht allein durch politische Entscheidungen entstehe. Frieden beginne im persönlichen Handeln und in der Bereitschaft, sich mit anderen für gemeinsame Ziele einzusetzen. Christlicher Glaube könne dabei eine Alternative zur Spirale von Misstrauen und Verhärtung bieten.