Badische Bischöfe kritisieren Israel nach Vorfall an Grabeskirche

Die beiden badischen Bischöfe haben sich gemeinsam gegen Einschränkungen der Religionsfreiheit in Israel gewandt. Der beschränkte Zugang zur Jerusalemer Grabeskirche sei eine "harte Belastungsprobe für das interreligiöse Miteinander".

Freiburg/Karlsruhe (epd). Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger und die badische Landesbischöfin Heike Springhart kritisieren die israelische Polizei, weil sie dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, an Palmsonntag den Zutritt zur Jerusalemer Grabeskirche verwehrt haben. Burger bezeichnete die Einschränkung des Zugangs zu den heiligsten Stätten der Christenheit laut einer Mitteilung vom Mittwoch als eine „harte Belastungsprobe für das interreligiöse Miteinander“. Dies sei ein besorgniserregendes Signal für die Religionsfreiheit vor Ort.

Die Polizei hatte die Maßnahme mit Sicherheitsbedenken begründet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die zuständigen Behörden am Folgetag allerdings an, den vollen Zugang unverzüglich zu ermöglichen. Die Jerusalemer Grabeskirche vereint der Tradition zufolge den Ort der Kreuzigung und das Grab von Jesus Christus und gilt deshalb allen christlichen Konfessionen als heiliger Ort.

Hamas entwaffnen

Die Bischöfe verurteilten des Weiteren die katastrophale humanitäre Lage im Gaza-Streifen, die zunehmende Gewalt radikaler Siedler im Westjordanland und eine mögliche Ausweitung des Krieges auf den Libanon. Ein dauerhafter Friede setze voraus, dass die Waffen schweigen und die Hamas entwaffnet wird, betonten Burger und Springhart. Terror dürfe ebenso wenig das letzte Wort haben wie die Gewalt gegen Unschuldige. Die Geistlichen kritisieren zudem scharf ein Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen, das das israelische Parlament am Montag gebilligt hatte und das de facto nur Palästinenser treffen würde.

Beide Kirchenleitenden sehen eine besondere Verantwortung der Kirchen in Deutschland, nicht über das Leid zu schweigen. Die Erzdiözese Freiburg und die Evangelische Landeskirche in Baden unterstützen verschiedene Organisationen und kirchliche Partner, die sich im Heiligen Land für Bildung und Versöhnung einsetzen.