Aufrüstung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen verzögert sich

Berlin (epd). Die Aufrüstung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen verzögert sich offenbar. Grund sei die Klage eines US-Rüstungsunternehmens gegen die Vergabe des Auftrages nach Israel, berichtet "Der Spiegel". Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im Januar entschieden, bis zu fünf Drohnen zu leasen.

Laut dem "Spiegel"-Bericht hatte das US-Unternehmen General Atomics Deutschland seine "Predator"-Drohnen in Konkurrenz zum israelischen Modell "Heron TP" angeboten. Bei der Luftwaffe habe es sogar eine Präferenz für "Predator" gegeben. Allerdings habe das Ministerium politische Bedenken gegen eine Drohne gehabt, die vor allem wegen der gezielten Tötungen von Terrorverdächtigen durch die USA bekannt geworden sei.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte dem "Spiegel", derzeit sei nicht absehbar, wie stark die Beschwerde aus den Vereinigten Staaten das Projekt zurückwerfe. Zunächst müsse sich die Vergabekammer mit den Vorwürfen von General Atomics beschäftigen. Der Verteidigungsexperte der Grünen, Tobias Lindner, kritisierte: "Für eine Entscheidung zugunsten 'Heron TP' gab es im Parlament massiv industriepolitischen Druck, ein ernsthafter Vergleich aller verfügbaren Systeme hat anscheinend nie stattgefunden."