Aleppo: Berlin und UN reagieren zurückhaltend auf Feuerpause


Berlin/Genf (epd). Die Bundesregierung und die UN haben zurückhaltend auf die russische Ankündigung einer humanitären Feuerpause für Aleppo reagiert. Die Einstellung der Kampfhandlungen in und über Aleppo für einige Stunden könne nur ein Anfang sein, erklärte Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) am Dienstag in Berlin.

Acht Stunden Feuerpause am Donnerstag reichten bei weitem nicht aus, um den dringend erforderlichen humanitären Zugang zu den belagerten Menschen in Ost-Aleppo zu ermöglichen, betonte Steinmeier. Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) unterstrich seine Forderung nach mindestens 48 Stunden Waffenruhe pro Woche für Aleppo. 

Bislang hätten die Konfliktparteien den UN und ihren Partnern nicht die nötigen Sicherheits- und Schutzgarantien für die Lieferung dringend benötigter Hilfsgüter nach Ost-Aleppo gegeben, das von Rebellen gehalten wird. Der russische Generalstab hatte am Montag erklärt, seine und syrische Truppen würden am Donnerstag in Aleppo vorübergehend vom Gebrauch der Waffen absehen. So sollten humanitäre Lieferungen ermöglicht werden. Zudem könnten Zivilisten und Rebellen das Gebiet verlassen.

Russland unterstützt in dem Bürgerkrieg mit schweren Luftangriffen in Aleppo und anderen Gebieten die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Auch der Iran gehört zu den Unterstützern des Assad-Regimes. Die USA helfen gemäßigten Rebellen.