Ärzte-Initiative IPPNW warnt vor Gefahr eines Atomkriegs
Landsberg am Lech (epd). Die ärztliche Friedensinitiative IPPNW warnt vor den Gefahren eines Atomkriegs. Mit der Aufkündigung des INF-Vertrages drohe "eine neue atomare Rüstungsspirale wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Dem müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen", erklärte Till Bastian von der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges am Sonntag nach einer Tagung in Landsberg am Lech. Hintergrund ist die Ankündigung der USA, den 1987 geschlossenen INF-Vertrag zur Kontrolle von Atomraketen mit Russland aufzukündigen.
Der IPPNW unterstütze zudem mit weit über hunderttausend Ärzten in mehr als 60 Ländern die ICAN-Kampagne zur Ratifizierung des UN-Vertrags für ein Verbot von Atomwaffen, heißt es in der Erklärung weiter: "Unser realistisches Ziel ist es, mindestens 50 Staaten für eine Ratifizierung des Vertrags zu gewinnen. Damit wäre das Verbot und die Ächtung der Atomwaffen völkerrechtlich wirksam."
Ican wurde 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das Netzwerk mit Hauptsitz in Genf umfasst Organisationen in 100 Ländern. Die neun Atommächte, unter ihnen die USA, Russland und Nordkorea lehnen den Pakt ab. Auch Deutschland blieb fern: Die Bundesregierung vertritt die Position, dass eine Abrüstung nur mit den Nuklearmächten möglich ist.
Die Ärztinnen und Ärzte der IPPNW forderten die Bundesregierung und alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, den UN-Vertrag für ein Verbot aller Atomwaffen zu unterzeichnen und anschließend die Ratifizierung des Vertrags zu vollziehen. Mehr als 15.000 Atomwaffen bedrohten die Existenz allen Lebens auf der Erde, hieß es weiter: "Heutige Atomwaffen haben eine Sprengkraft von bis zu 3 Megatonnen: das 200-fache der Hiroshima-Bombe - ein Vernichtungspotenzial unvorstellbaren Ausmaßes!"