Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Amnesty fordert Waffenembargo für ganz Sudan

Frankfurt a.M./Khartum (epd). Waffen aus dem Ausland verschärfen laut Amnesty International den Krieg im Sudan. Beide Konfliktparteien setzten aus verschiedenen Ländern importierte Rüstungsgüter im Kampf ein, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in Berlin.

Erste 1.000 Ultraorthodoxe in Israel zum Militärdienst eingezogen

Jerusalem (epd). Das israelische Militär hat die ersten 1.000 Einberufungsbescheide an Mitglieder der ultraorthodoxen Gemeinschaft verschickt. Das teilte die Armee am Sonntag mit. Ultraorthodoxe Juden, die ihr Leben dem intensiven Studium religiöser Texte in Religionsschulen widmen, wurden jahrzehntelang vom Militärdienst verschont.

Katholischer Militärbischof bedauert Stationierung von US-Waffen

Frankfurt a.M. (epd). Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck bedauert die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. „Der Einsatz von Waffen ist unter friedensethischen Aspekten immer kritisch zu betrachten“, sagte der Essener Bischof am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Rückkehr der Tomahawks

Frankfurt a.M. (epd). Die Waffentypen, die das US-Militär ab 2026 in Deutschland stationieren will, befanden sich zum Teil schon einmal in der Bundesrepublik. 1983 stationierten die USA im Zuge der Nato-Nachrüstung unter anderem Tomahawk-Marschflugkörper, allerdings in einer anderen Version als die aktuell diskutierten.

Autonome Waffen: Experten debattieren über Sicherheit und Ethik

In aktuellen Kriegen spielen autonome Waffen eine große Rolle. Eine Regulierung ist bislang weitgehend gescheitert. Der Militärexperte Frank Sauer empfiehlt, sie auch in der Bundeswehr zu nutzen, der Friedensaktivist Marius Pletsch warnt davor.

Friedensaktivist: Foren zur Rüstungskontrolle stärken

Stuttgart/Frankfurt a.M. (epd). Autonome Waffensysteme sind nach den Worten des Friedensaktivisten Marius Pletsch von der Deutschen Friedensgesellschaft noch fehleranfällig. Sie können in näherer Zukunft nicht so weit verbessert werden, dass man sie guten Gewissens einsetzen könnte, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Kriege, ausgelöst von Algorithmen?

Noch vor einigen Jahren gab es ethische Debatten über den Einsatz bewaffneter Drohnen und autonomer Waffensysteme. Die Debatte ist verstummt, dafür sind diese Systeme heute allgegenwärtig. Ethik scheint dabei keine Rolle mehr zu spielen.

Politologe: Autonome Waffensysteme verantwortungsvoll nutzen

München (epd). Der Politologe Frank Sauer hält autonome Waffensysteme auch in der Bundeswehr für unumgänglich. Es komme aber darauf an, sie verantwortungsvoll zu nutzen, sagte der Forschungsleiter des Metis Instituts für Strategie und Vorausschau der Münchner Bundeswehr-Universität dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Aktivistin: Mehr als 1.000 Israelis verweigerten Armeedienst 2023

Frankfurt a.M. (epd). Mehr als 1.000 Israelis haben nach Angaben des israelischen Netzwerks New Profile im vergangenen Jahr die Einberufung in die Armee verweigert. „Seit dem Beginn des Krieges in Gaza sind es noch mehr“, sagte eine Mitarbeiterin des Netzwerks, die ihren Namen nicht veröffentlichen möchte, dem Evangelischen Pressedienst (epd).