Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Abschottung mit System - Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet (2021)

Ein zentrales Anliegen der Herausgeber*innen dieser Publikation, der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK), pax christi und PRO ASYL, liegt darin, die Themenbereiche Migration und Asyl mit klassischen friedenspolitischen Themen wie Rüstungsexporten und der zunehmenden Aufrüstung der EU zu verknüpfen.

Kirchen fordern Stopp aller Waffenexporte an Libyen-Konfliktparteien

Berlin (epd). Die Kirchen fordern die Bundesregierung zu einem Stopp aller Waffenexporte an Kriegsparteien in Libyen und im Jemen auf. In dem am Donnerstag vorgestellten Rüstungsexportbericht der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) heißt es, dass zudem sämtliche Rüstungslieferungen an Staaten "ausnahmslos zu versagen" seien, die gegen das UN-Waffenembargo in Libyen verstoßen.

Kostenloses Bahnfahren in Bundeswehr-Uniform teurer als erwartet

Berlin (epd). Die kostenlosen Bahnfahrten für Soldaten in Uniform werden für den Bund fast doppelt so teuer wie erwartet. Im Bundeshaushalt 2021 sollen die dafür vorgesehenen Mittel um 30 Millionen Euro aufgestockt werden, wie der Unionsberichterstatter Reinhard Brandl (CSU) am Freitag nach der Bereinigungssitzung des Haushaltsauschusses mitteilte.

Westfälische Kirche: Bundeswehr soll auf Kampfdrohnen verzichten

Bielefeld (epd). Die westfälische Kirche hat an die Bundesregierung appelliert, auf die geplante Beschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr zu verzichten. Ferngesteuerte Entscheidungen über Leben und Tod würden ethische Grenzen überschreiten, hießt es in einem am Donnerstag verabschiedeten Beschluss des digital tagenden westfäilschen Landessynode.

Nach 50 Jahren an das Schicksal von Kriegsdienstverweigerern erinnert

Es war ein Fall, der in den 1970er Jahren bundesweit Schlagzeilen machte und eine Debatte über die Rechtmäßigkeit der Gewissensprüfung für die Kriegsdienstverweigerung in Deutschland auslöste. Hermann Brinkmann hatte nach mehrmals vergeblichen Versuchen, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, Suizid begangen.