Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Baerbock: Brauchen glaubwürdige Abschreckung gegenüber Russland

Berlin (epd). Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat eine glaubwürdige Abschreckungspolitik gegenüber Russland gefordert. „Heute Außenpolitik zu machen bedeutet zu erkennen: das Prinzip Hoffnung wird uns vor Putins Russland nicht schützen“, schreibt Baerbock in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“.

Käßmann vermisst öffentliche Debatte um Stationierung von US-Raketen

Osnabrück (epd). Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, warnt vor der Stationierung von US-Langstreckenwaffen in Deutschland. „Damit lassen sich Ziele in Russland angreifen, aber unser Land kann auch sehr schnell selbst zum Angriffsziel werden“, sagte sie im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag/Online).

Strack-Zimmermann wirbt für europäische Armee

Düsseldorf (epd). Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wirbt dafür, parallel zu den nationalen Armeen eine europäische Armee aufzubauen. „Die einzelnen Länder sollen darin ihre besonderen Fähigkeiten und Interessen einbringen“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag).

Amnesty fordert Waffenembargo für ganz Sudan

Frankfurt a.M./Khartum (epd). Waffen aus dem Ausland verschärfen laut Amnesty International den Krieg im Sudan. Beide Konfliktparteien setzten aus verschiedenen Ländern importierte Rüstungsgüter im Kampf ein, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in Berlin.

Erste 1.000 Ultraorthodoxe in Israel zum Militärdienst eingezogen

Jerusalem (epd). Das israelische Militär hat die ersten 1.000 Einberufungsbescheide an Mitglieder der ultraorthodoxen Gemeinschaft verschickt. Das teilte die Armee am Sonntag mit. Ultraorthodoxe Juden, die ihr Leben dem intensiven Studium religiöser Texte in Religionsschulen widmen, wurden jahrzehntelang vom Militärdienst verschont.

Katholischer Militärbischof bedauert Stationierung von US-Waffen

Frankfurt a.M. (epd). Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck bedauert die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. „Der Einsatz von Waffen ist unter friedensethischen Aspekten immer kritisch zu betrachten“, sagte der Essener Bischof am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Rückkehr der Tomahawks

Frankfurt a.M. (epd). Die Waffentypen, die das US-Militär ab 2026 in Deutschland stationieren will, befanden sich zum Teil schon einmal in der Bundesrepublik. 1983 stationierten die USA im Zuge der Nato-Nachrüstung unter anderem Tomahawk-Marschflugkörper, allerdings in einer anderen Version als die aktuell diskutierten.