Friedensbeauftragter: Friedensarbeit global denken

Friedensarbeit beginnt im Kleinen, muss aber zu einer globalen Bewegung werden, sagt der Friedensbeauftragte der badischen Landeskirche beim "Studientag Friedensethik".

Karlsruhe (epd). Auf die Gemeinsamkeiten von Friedens- und Klimaarbeit hat der Friedensbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Baden, Pfarrer Stephen Lakkis, hingewiesen. So wie die Gefahren des Klimawandels nicht lokal bearbeitet werden könnten, müsse die Friedensarbeit eine globale, weltweite Bewegung sein, sagte Lakkis beim „Studientag Friedensarbeit“ am Samstag in Karlsruhe laut Manuskript: „Wir können uns nicht vor den Konsequenzen von Krieg und Konflikt verstecken.“

Jede Ungerechtigkeit sei eine Form von Gewalt. Daher sei es theologisch und ethisch gefährlich, zuerst auf Sicherheit zu warten, bevor mit der Friedensarbeit begonnen werde. Bei Gesprächen über die Ethik von Kriegen und Konflikten müssten zunächst die Opfer gehört werden, aber dann auch die Erfahrungen der örtlichen Friedensarbeitenden.

Lakkis warnte davor, die Anwendung von Gewalt als ultima ratio zu rechtfertigen. Denn das bedeute nicht, dass dies Frieden stifte. Vielmehr müsse es darum gehen, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen.

Frieden bedeutet Gerechtigkeit für alle

Der Theologe Chris Moore von der United Church of Christ (USA) kritisierte das Konzept „Frieden durch Stärke“, wie es etwa die US-Regierung derzeit vertrete. Weil Moore wegen Erkrankung nicht anreisen konnte, wurde sein Vortrag verlesen. Wenn Frieden als die verlängerte Abwesenheit von Krieg verstanden werde, gelte Menschlichkeit nur für einige. Die eigentliche Frage sei daher nicht, wie Frieden erreicht werde, sondern wie sich Gerechtigkeit für alle erlangen lasse.

Dazu sei es nötig, den einzelnen Menschen zu sehen. „Man kann keine Gerechtigkeit erlangen, ohne zu akzeptieren, dass entweder alle Menschen wichtig sind oder keiner“, so Moore. Die Kirchen hätten die Möglichkeit, ein anderes Narrativ zu erzählen als autoritäre Regime. „Wenn wir aus Liebe handeln, verändern wir die Welt.“

Thema des Studientags von Landeskirche und Evangelischer Akademie Baden war die Weiterentwicklung kirchlicher Friedensarbeit angesichts von Kriegen, gesellschaftlicher Polarisierung und globalen Krisen.