19.05.2017

EKD-Friedensbeauftragter betont Friedensverantwortung der Religionen

epd

Bonn (epd). Die Verantwortung der Religionen für den Frieden in der Welt hat der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, unterstrichen. "Religionen müssen zum Frieden beitragen - und sie können in Konflikten friedensstiftende Impulse geben", sagte der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche am Freitag in Bonn. Zugleich begrüßte er die Initiative von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), im Vorfeld des Evangelischen Kirchentages zahlreiche Religionsvertreter nach Berlin zu einem Erfahrungsaustausch über die Friedensverantwortung der Religionen einzuladen. Das Treffen findet von Sonntag bis Dienstag statt, auch Brahms wird teilnehmen.  

Der EKD-Friedensbeauftragte verwies auf zahlreiche Beispiele, in denen Religionen wichtige Friedensakzente gesetzt hätten: "Während des Völkermordes in Ruanda waren es Muslime, die bedrohten Christen Schutz boten." Andere Beispiele seien die Vermittlung eines Friedensvertrages im Bürgerkrieg in Mosambik durch die katholische Gemeinschaft Sant' Egidio oder die Friedensgebete in den Kirchen der DDR, die einen wichtigen Beitrag zur friedlichen Revolution geleistet hatten. 

Leider hätten in den vergangenen Jahren Fanatiker, die im Namen von Religionen Terroranschläge verübten, das Bild von Religionen geprägt, betonte Brahms. "Seit den entsetzlichen Terroranschlägen von 2001 ist besonders der gewaltbereite islamistische Terrorismus in den Blick der Weltöffentlichkeit geraten." Hier gelte es, zwischen dem Islam und dem Islamismus, der einen auf Zerstörung ausgerichteten Terrorismus vertrete, deutlich zu unterscheiden. "Für keine der großen Weltreligionen besteht ein notwendiger und unvermeidlicher Zusammenhang zwischen Religion und Gewalt", sagte der EKD-Friedensbeauftragte. Vielmehr trügen häufig soziale, machtpolitische und ökonomische Faktoren zum Ausbruch von Gewalt oder zur Eskalation von Konflikten bei.