21.01.2022

Studientag „Gerechter Frieden und die Aufarbeitung des kolonialen Erbes – eine Leerstelle“

Dieter Junker
Evangelische Friedensarbeit
21.01.2022
Evangelische Friedensarbeit

„Gerechter Frieden und die Aufarbeitung des kolonialen Erbes – eine Leerstelle“, so lautet das Thema eines gemeinsamen Studientages von Evangelischer Friedensarbeit, der Deutschen Kommission von Justitia et Pax sowie der Evangelischen Akademie zu Berlin am 1. Februar. Aufgrund der Pandemie wird die Veranstaltung online als Videokonferenz angeboten.

Christliche Friedensethik setzt das Wissen um die bis in die Gegenwart reichenden Konflikte aufgrund von erfahrenem und erlittenem Unrecht in der Vergangenheit voraus. Angesichts einer komplexer werdenden Welt, in der unterschiedliche Konfliktlagen miteinander verknüpft sind, bedeutet dies für eine kirchliche Partnerschafts- und Friedensarbeit eine besondere Herausforderung.

Die Folgen kolonialer und rassistischer Strukturen sind bis heute wirksam, daher stellen sich für eine christliche Friedensethik hier auch immer wieder Fragen mit besonderer Dringlichkeit. Dabei geht es darum, inwieweit die eigene Friedensarbeit vielleicht als Fortsetzung missionarisch-kolonialer Dominanz nur unter anderen Vorzeichen gesehen wird oder ob sie geprägt ist von geschichts- und damit auch schuld-bewusster, kontext-sensibler Solidarität.

Der Studientag, der im Anschluss an die Tagung der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD am Dienstag, 1. Februar, von 15 bis 21.15 Uhr stattfindet, soll hier die unterschiedlichen Erfahrungen und Erwartungen miteinander teilen, Leerstellen aufdecken und kritisch reflektieren, um so die Beteiligten für eine post-koloniale Friedenspraxis zu sensibilisieren.

Mitwirkende beim Studientag sind Dr. Diyah Ayu Krismawati, die Leiterin der Abteilung Asien der VEM, Dr. Jörg Lüer, der Geschäftsführer der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Mary Ajith vom Catholic Radio Network South Sudan, Professor Dr. Fernando Enns von der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen an der Universität Hamburg. Dr. Martina Fischer von Brot für die Welt, Karina Kortmann, die Leiterin der GIZ-Repräsentanz in Berlin, Dr. Volker Jacoby, der Gründungsdirektor des Europäischen Kompetenzzentrums für Ziviles Krisenmanagement in Berlin, Dr. Boniface Mabanza Bambu von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in Heidelberg, sowie Dr. Pierrette Herberger-Fofana, die erste stellvertretende Vorsitzende des Entwicklungsausschusses des Europäischen Parlamentes.

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