29.01.2022

Friedrich Kramer neuer Friedensbeauftragter der EKD

Carsten Splitt
EKD
Der neue EKD-Friedensbeauftragte Landesbischof Friedrich Kramer

Anne Hornemann, EKMD

Der neue EKD-Friedensbeauftragte Landesbischof Friedrich Kramer

Landesbischof Friedrich Kramer (57) ist neuer Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das hat der Rat der EKD in seiner heute zu Ende gehenden Sitzung in Hannover beschlossen. Der in Greifswald gebürtige Theologe tritt die Nachfolge von Renke Brahms an, der das Amt von 2008 bis 2021 innehatte.

Friedrich Kramer, der seit September 2019 Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist, war nach seinem Studium der Evangelischen Theologie in Berlin zunächst Pfarrer in Lodersleben und Gatterstädt sowie mit der Jugendarbeit im Kirchenkreis Querfurt beauftragt. Von 1997 bis 2008 war er als Pfarrer für Studierendenseelsorge in Halle (Saale) tätig. Von 2009 bis zu seinem Amtsantritt als Landesbischof war er Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und zugleich Studienleiter für Theologie und Politik.

Die Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Annette Kurschus, gratulierte Friedrich Kramer zu seiner neuen ehrenamtlichen Aufgabe als Friedensbeauftragter. „Aufgrund Deiner eigenen Biografie und Deines Engagements seit DDR-Zeiten bist Du mit der evangelischen Friedensarbeit und Friedensethik in besonderer Weise vertraut. Deine unverwechselbare Gabe, friedensethische Themen und Debatten auch Menschen nahezubringen, die nicht mit christlichen Traditionen groß geworden sind, hast Du über Jahrzehnte zum Segen vieler fruchtbar gemacht“, so die Ratsvorsitzende. Gerade in Zeiten, in denen alte Bedrohungslagen wie aktuell im Ukraine-Konflikt neu aufkeimen, sei Kramer „eine starke evangelische Stimme für den Frieden“.

Landesbischof Kramer freut sich auf die neue Aufgabe: „Frieden ist ein zentrales Thema in der Kirche. Und nicht zuletzt angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Welt ist es wichtig, dass sich die Kirche hier zu Wort meldet und zum Frieden und zur Gewaltfreiheit mahnt. Die Sorge um den Frieden darf nicht nur ein paar Friedensbewegte umtreiben, sondern sie gehört in den Mittelpunkt kirchlicher Arbeit. Dafür will ich mich als EKD-Friedensbeauftragter einsetzen.“

Der Friedensbeauftragte der EKD soll die kirchliche Friedensarbeit stärken und diese nach außen repräsentieren. 2007 hatte die EKD ihre Friedensdenkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ veröffentlicht und 2008 das Amt des Friedensbeauftragten geschaffen, um die Impulse, die von dieser Denkschrift ausgingen, zu koordinieren und zu verstärken. Zudem bildet das Amt auch ein friedensethisches Pendant innerhalb der EKD zum Bischof für die evangelische Seelsorge in der Bundeswehr. Die Berufung gilt für die gesamte sechsjährige Ratsperiode.

Kramers erster Termin als Friedensbeauftragter ist die Leitung der digital tagenden „Konferenz für Friedensarbeit“ vom 31. Januar bis 1. Februar 2022.