17.01.2022

Aachener Bündnis fordert Unterzeichnung von Atomwaffenverbotsvertrag

epd

Aachen (epd). Das Aachener Aktionsbündnis „Keine Atomwaffen rund um Aachen“ appelliert an die Bundesregierung, den vor einem Jahr geschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterschreiben. Diese Forderung werde am Samstag in Aachen mit der öffentlichen Übergabe von über 1.000 Unterschriften an die Bundestagsabgeordneten Ye-One Rhie (SPD) und Oliver Krischer (Grüne) unterstrichen, teilte das Bündnis am Montag mit.

Aachen und Umgebung seien einer besonderen nuklearen Bedrohung ausgesetzt, betonte das Bündnis. Drei von sechs in Europa angesiedelten US-Atomwaffenstützpunkte befänden sich im Umkreis von 100 Kilometern Luftlinie um Aachen. Dies seien Büchel in der Südeifel, Kleine Brogel in Belgien und Volkel in den Niederlanden. „Das ist einmalig in Europa. Im Ernstfall wäre die gesamte Bevölkerung der Euregio Zielscheibe gegnerischer Raketen ohne jegliche Überlebenschance.“

Bislang habe die Bundesregierung den UN-Atomwaffenverbotsvertrag mit Verweis auf die Nato nicht unterzeichnet, erläuterte das Bündnis. Denn alle Staaten, die den Vertrag ratifizierten, sei die Herstellung, Weitergabe, Stationierung sowie der Einsatz von Atomwaffen verboten.

Das Bündnis, zu dem auch die Aachener Gruppe der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsgegner, pax christi im Bistum Aachen und die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs gehören, fordert zudem, dass es keine Anschaffung neuer US-amerikanischer atombombenfähiger Jagdflugzeuge geben darf. Über die Anschaffung der Jagdflugzeuge vom Typ F 18 werde demnächst der Bundestag entscheiden.