26.03.2020

UN-Generalsekretär begrüßt Corona-Waffenruhe auf den Philippinen

epd

Genf/Manila (epd). Die Vereinten Nationen haben die von den kommunistischen Rebellen auf den Philippinen verkündete vorläufige Waffenruhe während der Corona-Krise begrüßt. Zugleich ermutige UN-Generalsekretär António Guterres die Konfliktparteien, eine dauerhafte politische Lösung für den langjährigen Konflikt zu finden, sagte ein UN-Sprecher am Donnerstag in Genf. 

Zu Wochenbeginn hatte Guterres einen weltweiten Waffenstillstand gefordert, um die Bekämpfung der Corona-Pandemie zu erleichtern. Daraufhin wies die Kommunistische Partei auf den Philippinen (CPP) ihren bewaffneten Arm, die "Neue Volksarmee", an, eine Feuerpause zu befolgen, wie das Nachrichtenportal "Rappler" berichtete. Die Waffenruhe soll bis 15. April dauern, um schnelle und ungehinderte medizinische und wirtschaftliche Hilfe für die Bevölkerung zu ermöglichen.  

Auf den Philippinen wurden bis Donnerstagmittag MEZ 707 Corona-Infizierte erfasst, wie aus den Daten der Johns Hopkins Universität in den USA hervorgeht. 45 Menschen sind in dem südostasiatischen Land an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Wegen der Ausbreitung des Virus hatte vergangene Woche bereits die Regierung unter Präsident Rodrigo Duterte im Kampf gegen die Aufständischen eine einseitige Waffenruhe bis Mitte April angekündigt. Der UN-Generalsekretär äußerte die Hoffnung, dieser Schritt werde international Vorbild sein.
 
Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen dem bewaffneten Arm der Kommunisten und wechselnden Zentralregierungen in Manila begannen vor mehr als 50 Jahren. Damit ist dieser Konflikt einer der am längsten andauernden Asiens. Offiziellen Schätzungen zufolge wurden bisher Zehntausende Menschen getötet. 

Zwar hatten sich beide Seiten im August 2016 in Oslo auf einen unbefristeten Waffenstillstand geeinigt. Doch die Friedensverhandlungen scheiterten wiederholt.  Zu Jahresbeginn hat das philippinische Militär neue Offensiven gegen die Kommunisten angekündigt. Den Aufständischen wird vorgeworfen, eine selbst erklärte Feuerpause nicht eingehalten zu haben.