26.11.2020

Friedenspfarrer Schneider als EBCO-Präsident verabschiedet

epd

Brüssel/Bonn (epd). Der langjährige Präsident des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) in Brüssel, Friedhelm Schneider, ist aus seinem Amt verabschiedet worden. Der 70-jährige ehemalige Friedenspfarrer habe sich in dem europäischen Dachverband von 20 nationalen Organisationen von Kriegsdienstverweigerern über viele Jahre "für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung" eingesetzt, würdigte Wolfgang Buff, Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), am Donnerstag in Bonn. Schneiders Nachfolgerin ist Alexia Tsouni vom Verein der griechischen Kriegsdienstverweigerer. 

Der gebürtige Aachener Schneider, der in Mannheim lebt, war seit 2011 oberster Ansprechpartner für Kriegsdienstverweigerer in den Mitgliedstaaten des Europarats. Der Ruhestandspfarrer, der lange Jahre auch Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer war, gehörte für die EAK dem Europäischen Büro für Kriegsdienstverweigerung an. 

Schneider habe immer wieder auf die schwierige Situation von Kriegsdienstverweigerern in vielen europäischen Ländern auch in Gesprächen mit Politikern und Parlamenten hingewiesen, sagte Buff. Menschen, die aus Gewissensgründen den Einsatz mit der Waffe verweigerten, erlitten nach wie vor in vielen europäischen Ländern große Nachteile und müssten sogar Gefängnisstrafen absitzen. Die jährlichen EBCO-Jahresberichte seien eine wichtige Grundlage für die Menschenrechtsarbeit in Europa gewesen. Schneider habe dazu beigetragen, dass EBCO ein viel beachtetes Netzwerk geworden sei, sagte der EAK-Sprecher.

Das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerer wurde 1979 als Dachorganisation für nationale Organisationen für Kriegsdienstverweigerer gegründet. Das EBCO mit Sitz in Brüssel engagiert sich nach eigenen Angaben mit Kampagnen für die Freilassung inhaftierter Kriegsdienstverweigerer und macht sich bei europäischen Regierungen und Institutionen für die Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung stark.