26.08.2020

AGDF: Weiter Flüchtlinge aufnehmen, aber auch Fluchtursachen in den Blick nehmen

Dieter Junker
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Fünf Jahre nach dem „Flüchtlingssommer“, fünf Jahre nach dem „Wir schaffen das!“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) die Bundesregierung aufgefordert, weitere Anstrengungen zur Aufnahme von Flüchtlingen zu unternehmen, gleichzeitig aber auch die Bekämpfung der Fluchtursachen stärker in den Blick zu nehmen.

„Deutschland hat seit 2015 viele Geflüchtete aufgenommen, das ist eine Erfolgsgeschichte“, betont Jan Gildemeister. Doch nach wie vor seien Millionen von Menschen auf der Flucht vor Gewalt, Krieg, Verfolgung, Hunger und Armut. „Diese dürfen nicht aus dem Blick verloren werden, sondern auch sie brauchen unsere Hilfe und Unterstützung“, macht der AGDF-Geschäftsführer deutlich.

Vor fünf Jahren habe die Bundeskanzlerin sich überzeugt gezeigt, dass Deutschland es schaffe, hier Menschen in Not aufzunehmen und ihnen zu helfen. „Sie hat dafür, gerade von Rechtspopulisten, aber auch aus der eigenen Partei viel Kritik einstecken müssen. Doch es hat sich gezeigt, dass sie Recht hatte“, unterstreicht Jan Gildemeister und verweist auf die vielen Erfolgsgeschichten von Flüchtlingen, die in Deutschland eine neue Heimat gefunden und sich in die Gesellschaft integriert hätten.

Dabei verweist der AGDF-Geschäftsführer auch auf die Initiativen und Projekte von AGDF-Mitgliedsorganisationen, die sich hier in der Flüchtlingsarbeit engagiert und damit mitgeholfen hätten, dass diese Herausforderung gemeistert wurde. „Zuwanderung bedeutet immer auch Chancen, und eine lebendige und sich entwickelnde Gesellschaft braucht den Austausch. Dies wurde in den fünf Jahren genutzt“, ist Jan Gildemeister überzeugt.

Wichtig für die AGDF ist nun allerdings auch, weiterhin die Fluchtursachen in den Blick zu nehmen. „Politisches wie gesellschaftliches Handeln muss darauf abzielen, Krisen und Gewalt vorzubeugen sowie Konflikte gewaltfrei zu bearbeiten, in Deutschland und weltweit“, macht Jan Gildemeister klar. Der AGDF-Geschäftsführer verweist dabei auf die Arbeit christlicher Friedensinitiativen, die sich weltweit in Friedensdiensten dafür einsetzen, dass Konflikte gewaltfrei ausgetragen und gelöst werden. „Hier sind auch Deutschland und die EU gefordert, solche Initiativen finanziell stärker zu unterstützen und eine zivile Konfliktbearbeitung weiter auszubauen. Einfach nur Grenzen dicht machen, Sicherheitskräfte in Mittelmeeranrainerstaaten zu ertüchtigen und die Augen vor der Not von Flüchtlingen zu verschließen, wäre der falsche Weg“, so Jan Gildemeister.

Die AGDF gehörte vor wenigen Tagen, wie viele andere Organisationen, zu den Unterzeichnern der Erklärung „#offengeht“. „Dieses Motto ist für uns Leitmotiv für eine sinnvolle und auch nötige Flüchtlingspolitik. Und angesichts der Not von vielen Menschen auf der Flucht ist es die Pflicht des Staates, der Gesellschaft, der Kirchen, aber auch jedes Einzelnen, den Menschen zu helfen und Geflüchtete menschlich zu behandeln, zu versorgen, zu schützen und ihnen eine Perspektive zu verschaffen“, macht der AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister deutlich.