02.05.2019

Zahl der Toten bei den Protesten in Venezuela gestiegen

epd

Berlin/Caracas (epd). Bei den jüngsten gewaltsamen Protesten gegen die Regierung in Venezuela hat es mindestens vier Tote gegeben. Ein 14- und ein 16-Jähriger erlagen ihren Schussverletzungen, wie die Menschenrechtsorganisation OVCS (Observatorio Venezolano Conflictividad Social) am Donnerstag auf Twitter mitteilte. Zuvor hatten die Aktivisten bereits den Tod von zwei weiteren Demonstranten bestätigt. Damit kamen in diesem Jahr bei Protesten gegen das Regime von Nicolás Maduro 57 Demonstranten ums Leben. Der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó rief seine Anhänger unterdessen zu einem Generalstreik und weiteren Massendemonstrationen auf, um den endgültigen Sturz von Maduro herbeizuführen.

Guaidó wandte sich erneut an das Militär: "Brüder der Armee, Ihr musst das Volk verteidigen und nicht einen Usurpator, der sich versteckt, während ihre Eure Brüder töten sollt." Seine Anhänger rief er auf, nicht aufzugeben. "Bald werden wir frei sein", sagte er.

Maduro zeigte sich am Donnerstag zusammen mit mehreren Hundert Soldaten in Venezuelas Hauptstadt Caracas und schwor diese ein, das sozialistische Vaterland zu verteidigen. "Es ist die Stunde des Kampfes gekommen", sagte er laut der Tageszeitung "El Universal". Jeder Verräter und Putschist werde verfolgt. Am Dienstag war es zu einer Rebellion in Teilen des Militärs gekommen. Stundenlang hatten sich regierungstreue Soldaten und Anhänger der Opposition in Caracas gewaltsame Straßenschlachten geliefert. Der von der Opposition erhoffte Umsturz blieb aber aus.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte in einem Interview des TV-Senders Fox Business, dass eine Militäraktion in Venezuela möglich sei. "Wenn dies erforderlich ist, werden die Vereinigten Staaten das tun", betonte Pompeo. "Wir bevorzugen einen friedlichen Übergang, bei dem Maduro das Amt verlässt und Neuwahlen abgehalten werden", fügte er hinzu. Auch US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach betont, alle Optionen lägen auf dem Tisch.

Guaidó hatte sich im Januar zum Übergangspräsidenten erklärt. Inzwischen wird er von mehr als 50 Staaten anerkannt. Seitdem hat sich der politische Machtkampf in Venezuela weiter zugespitzt. Maduro kann bislang auf die Unterstützung des größten Teils des Militärs zählen. Auf seiner Seite stehen Länder wie Kuba, Russland und die Türkei.