16.04.2019

UN: Mehr als 170 Tote und Hunderte Verletzte in Libyen

epd

Genf (epd). Bei den schweren Kämpfen rund um die libysche Hauptstadt Tripolis werden nach Angaben der Vereinten Nationen immer mehr Menschen getötet und verletzt. Es seien bereits 174 Tote zu beklagen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf mit. Unter den Toten seien 14 Zivilisten. Den Angaben nach wurden 756 Menschen verletzt. Seit Beginn der Gefechte zwischen Verbänden des Generals Chalifa Haftar und Regierungseinheiten vor knapp zwei Wochen seien mehr als 18.000 Menschen geflohen, teilte die WHO weiter mit. 

Der Beschuss durch die Konfliktparteien behindere die Arbeit der Ärzte und den Transport von medizinischem Material. Ambulanzfahrzeuge seien getroffen worden. Für die Behandlung und Versorgung der Verwundeten seien zunächst mehr als 35 Millionen Euro nötig, hielt die WHO fest.

Der Kriegführer Haftar hat seine Basis im Osten des Landes. Er ließ Truppen auf Tripolis vorrücken, wo die international anerkannte Regierung ihren Sitz hat. Haftar werden Ambitionen nachgesagt, die Macht in dem gesamten rohstoffreichen Land an sich zu reißen. Die Kämpfe veranlassten die Vereinten Nationen zur Absage einer Nationalen Konferenz über eine friedliche Zukunft Libyens.

Nach dem Sturz des früheren Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 war Libyen in einem blutigen Chaos versunken. Dutzende Milizen und bewaffnete Gruppen ringen miteinander um die Macht und die Kontrolle über die Bodenschätze.