22.06.2019

Renke Brahms in Dortmund: „Vertrauen schafft Frieden“

Feierabendmahl 2019 Kirchentag Dortmund

Dieter Junker

EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms (rechts) beim Feierabendmahl beim Kirchentag in Dortmund.

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat Christinnen und Christen dazu aufgerufen, Gefährdungen des Friedens offen und klar auszusprechen und gleichzeitig die Freudenbotschaft vom Vertrauen und Gottes Schöpfung zu verkünden. „Jesus hat immer alle zu Wort und Wert kommen lassen, über viele Grenzen hinweg vertrauensbildend gewirkt aus seinem Geist der Liebe“, so Brahms in seiner Predigt beim Feierabendmahl „Den Frieden feiern“ in der Kirche St. Nicolai beim Kirchentag in Dortmund.

„Es muss auf den Tisch: der Verrat am Frieden aus rein nationalem oder nationalistischen Interesse, Eigensinn, Machtgierig oder Dummheit, oder aber aus bestem Wissen und Gewissen“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte. Das, was im Moment geschehe, sei Verrat. So die Modernisierung der Atomwaffen, die Kündigung mühsam ausgehandelter internationaler Abkommen ohne jegliche Anstrengung für neue Abrüstung, die pauschale Forderung nach Erhöhung der Verteidigungshaushalte, die stagnierende Zahl für nachhaltige Entwicklung und die Reduzierung der Mittel für Krisenprävention. 

„Folgen wir Jesu Worten, so hat alles Streben nach Macht, alle Gier nach Mehr, alle Uneinsichtigkeit und Verbohrtheit, alle Konflikte die eine Wurzel: mangelndes Vertrauen, dass es auch anders gehen kann, ja, dass es vernünftig ist, Vertrauen aufzubauen statt Misstrauen zu säen“, machte Renke Brahms deutlich.

Der EKD-Friedensbeauftragte warnte davor, sich in die eigenen Mauern zurückzuziehen. „Erinnerung an vergangene Zeiten reicht nicht aus, und es geht nichts voran, wenn die alten Zerrbilder gepflegt werden“, betonte Renke Brahms und mahnte auch: „Weder rechter noch linker Populismus reichen aus, um die wirklichen Fragen zu lösen.“ Stattdessen sei es wichtig, Vertrauen aufzubauen. „Vertrauen bilden funktioniert nicht wirklich mit Gewalt. Vertrauen wird aus Empathie, aus Verständnis, aus Zuhören und gemeinsamen Interessen, wird selbst schon frieden und gewaltlos gebaut. Anders entsteht kein Vertrauen“, ist Brahms überzeugt.