26.03.2019

Friedensdienste in Zeiten von Populismus und Fremdenfeindlichkeit

Dieter Junker
AGDF

Wie kann die Friedensarbeit auf die aktuellen Herausforderungen und die Gefährdungen der Demokratie angesichts von populistischen und rechtsextremen Strömungen, von rassistischen und antisemitischen Stimmen antworten und sich für die Unteilbarkeit der Würde und die Wahrung der Rechte aller Menschen einsetzen? Dieser Frage geht die Tagung „Miteinander aktiv! Friedensdienste in Zeiten von Populismus und Fremdenfeindlichkeit“ am 3. und 4. Mai in Berlin nach, zu der die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin einlädt.

„Populismus und Rassismus gefährden zunehmend den Frieden in unserer Gesellschaft. Ihnen geht es nicht mehr allein um die Abweisung geflüchteter Menschen an unseren Grenzen, sondern um ein politisches Klima, in dem Verunglimpfung und Hetze, Angst und Verunsicherung an der Tagesordnung sind“, meint Uwe Trittmann, der Studienleiter für Friedensethik, Außen- und Sicherheitspolitik der Evangelischen Akademie zu Berlin. Und Christine Busch, die Vorsitzende der AGDF, betont: „Seit mehr als 50 Jahren leisten Friedensdienste einen Bezug zu einer Kultur des Friedens in Deutschland und in der ganzen Welt. Denn Frieden kann gelernt werden, durch die Vermittlung von Wissen über die Entstehung, die Eskalation und eine gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten.“

Inwieweit Projekte der Friedensarbeit dabei Antworten auf die Gefahren für die Demokratie und die Menschlichkeit geben können, die durch Populismus und Rassismus drohen, das steht im Mittelpunkt der hochkarätig besetzten Akademietagung in Berlin im Hotel Dietrich-Bonhoeffer-Haus, wo in der Wendezeit 1989 der erste Runde Tisch tagte. 

Den Auftakt macht am Freitag, 3. Mai, um 13.45 Uhr der Vortrag von Professor Uli Jäger von der Berghof-Foundation und der Eberhards-Karl-Universität Tübingen zu „Frieden bilden“. Im Anschluss daran tagen zu diesem Thema drei Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Schule/Jugendarbeit/Erwachsenenbildung, Lokale Friedensarbeit und Freiwillige Friedensdienste. 

Der zweite Tag, 4. Mai, beginnt mit einem Vortrag „Frieden machen“ von Renke Brahms, dem Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Auch hier tagen anschließend zu diesem Thema drei Arbeitsgruppen, diesmal mit den Schwerpunkten Friedensbewegung zwischen Populismus-Nähe und Bündnissen gegen Rechtsextremismus, Zivile Konfliktbearbeitung im In- und Ausland sowie dem Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft. Nach dem Mittagessen gibt es an diesem Tag ein Improvisationstheater mit dem Theater Kaltstart aus Halle (Saale) sowie motivierende Anmerkungen von Martina Basso vom Mennonitischen Friedenszentrum Berlin. Der Studientag endet am Freitag um 16.30 Uhr.

Im Rahmen dieser Studientagung laden die AGDF und die Evangelische Akademie zu Berlin am 3. Mai ab 18.30 Uhr zudem zu einem öffentlichen Abendforum in der Französischen Friedrichstadtkirche („Französischer Dom“) auf dem Gendarmenmarkt in Berlin ein. Zu Beginn gibt es hier Kurzstatements von Christof Starke vom Friedenskreis Halle und Anja Petz von der Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion Kurve Wustrow zur Frage „Miteinander aktiv für Frieden in der Gesellschaft“. Es folgen Impulsvorträge von Professorin Dr. Naika Foroutan vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu „Gesellschaft extrem – Wege und Auswege zum Frieden gehen“ sowie von Staatssekretärin Juliane Seifert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu „Demokratieförderung ist eine gesellschaftliche Daueraufgabe“. Hieran schließt sich ein Podiumsgespräch „Miteinander aktiv! Friedensdienste in Zeiten von Populismus und Fremdenfeindlichkeit“ an, bei der unter der Moderation von Dr. Dagmar Pruin von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Professorin Foroutan, Staatssekretärin Seifert sowie Ulrich Lilie, der Präsident der Diakonie Deutschland, Christof Starke vom Friedenskreis Halle und Anja Petz von der Kurve Wustrow diskutieren. Das Abendforum endet gegen 20.50 Uhr.

Anmeldung (nur online unter www.eaberlin.de) bei der Evangelischen Akademie zu Berlin. Der Tagungsbeitrag beträgt 40 Euro, eine mögliche Übernachtung im Hotel Dietrich-Bonhoeffer-Haus kostet 80 Euro.