10.02.2019

EAK: „Unter 18 nie und unter 18 nirgends“

Dieter Junker
EAK

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat erneut die Anwerbung und den Dienst von Minderjährigen bei der Bundeswehr kritisiert. „Die Bundeswehr hat seit 2011 rund 12.000 Minderjährige an der Waffe ausgebildet. Auch wenn im vergangenen Jahr die Zahl der verpflichteten Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist, so ist immer noch jeder zwölfte Rekrut in der Truppe minderjährig. Das ist nicht akzeptabel“, betonte Wolfgang Buff, Sprecher der EAK, zum diesjährigen Red Hand Day, dem Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der seit 2002 jährlich am 12. Februar begangen wird.

Angesichts der aber nach wie vor hohen Zahl Minderjähriger bei der Bundeswehr sollte nach Ansicht der EAK das Bundesverteidigungsministerium die sehr offensive Werbung der Bundeswehr in Schulen und sozialen Medien überdenken. „Es ist bedenklich, wenn angesichts des offensichtlich größer werdenden Nachwuchsmangels der Rekruten-Alltag in der Werbung als Abenteuerurlaub dargestellt wird, aber die gefährlichen Einsätze ausgeblendet werden, dann wird der Beruf des Soldaten erschreckend verharmlost, gerade auch bei jungen Menschen“, mahnt EAK-Sprecher Wolfgang Buff.

Die EAK sieht sich in ihrer Kritik vom Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags bestätigt. „In seinem Ende Januar vorlegten Bericht hat der Wehrbeauftragte unterstrichen, dass es eine besondere Ausnahme bleiben muss, 17-Jährige als freiwillige Soldatinnen und Soldaten in die Bundeswehr einzuziehen, da es in der Truppe keine besonderen Schutzbereiche für Jugendliche gibt und sogar eine missbräuchliche Verwendung in Einzelfällen bekannt wurde“, betont Wolfgang Buff. Für die EAK könne das nur heißen: „Unter 18 nie und unter 18 nirgendwo“, so der Sprecher des evangelischen Friedensverbandes.

Der Wehrbeauftragte hatte ebenso die Werbung für die Bundeswehr in den Blick genommen und hier gefordert, dass die Bundeswehr in Bezug auf Minderjährige zurückhaltender agieren und ihre personalisierte Werbung überdenken solle, wobei er ausdrücklich auch YouTube-Serien erwähnte. „Dies sollte sich das Verteidigungsministerium zu Herzen nehmen“, so Wolfgang Buff. 

Die EAK ist Mitglied der „Aktion Rote Hand“, die sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten engagiert. Sie kritisiert seit Jahren die hohe Zahl von Minderjährigen in der Bundeswehr.