22.01.2019

Brahms: „EKD-Synode in Dresden wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kirche des gerechten Friedens“

Dieter Junker
Evangelische Friedensarbeit
Die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD tagte in Arnoldshain.

Dieter Junker

Die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD tagte in Arnoldshain.

22.01.2019
Evangelische Friedensarbeit

In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, was das Thema Frieden angeht, viel in Bewegung geraten. Im November wird die EKD-Synode den Frieden zum Schwerpunkt haben, in vielen evangelischen Landeskirchen laufen eine Vielzahl von Prozessen mit dem Ziel, Kirche des gerechten Friedens zu werden, in der Heidelberger Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) gibt es einen Konsultationsprozess „Orientierungswissen zum gerechten Frieden“, der in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Und die evangelischen Akademien in Deutschland haben diese Prozesse im Rahmen eines Diskursprojektes „…dem Frieden der Welt zu dienen…“ begleitet. 

„Hier hat sich viel getan und es tut sich auch noch viel“, freute sich Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, bei der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD in Arnoldshain. Es sei daher nur konsequent, dass nun auch die EKD-Synode den Frieden zum Schwerpunkt ihrer Beratungen mache, so Brahms. Er freue sich, dass viele Akteure aus der evangelischen Friedensarbeit an der Vorbereitung dieser Synode, die im November in Dresden zusammenkommen wird, mitwirken und sich einbringen.

„In dem seit 2017 laufenden Vorbereitungsprozess dieser Synode liegt eine große Chance, viele mitzunehmen und zu beteiligen“, unterstrich der EKD-Friedensbeauftragte in Arnoldshain. So habe es in den bisherigen Vorbereitungstreffen zahlreiche wichtige Anregungen gegeben, die die Synode in Dresden sicher bereichern würden, ist Renke Brahms überzeugt. 

Allerdings warnte er aber auch vor zu hohen Erwartungen. „In Dresden wird es keine neue Friedensdenkschrift geben, aber diese EKD-Synode wird ein wichtiger Schritt auf dem Weg der EKD hin zu einer Kirche des gerechten Friedens sein“, unterstrich der EKD-Friedensbeauftragte. Und nach Dresden gehe es dann weiter, „in den Landeskirchen, in den Gemeinden, in der EKD, in den Einrichtungen und Werken“, so Renke Brahms, der betont: „Dieser Prozess endet nicht in Dresden.“

Bad Boll, wo die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD im kommenden Jahr zu ihrer zwölften Tagung zusammenkommen wird, soll einer der Orte werden, auf der die Nacharbeit der EKD-Synode von Dresden erfolgen soll.

Dass das Thema Frieden stärker in den kirchlichen Fokus geraten sei, daran habe auch die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD einen nicht geringen Anteil, gab sich der EKD-Friedensbeauftragte überzeugt. Vor zehn Jahren hat sich diese Konferenz erstmals getroffen, in Arnoldshain gab es bereits die elfte Tagung. „Ich glaube, dass sich die Konferenz für Friedensarbeit bewährt hat“, so Renke Brahms.

Aufmerksam beobachtet werden in der evangelischen Friedensarbeit die aktuellen Entwicklungen in der Europäischen Union, nicht zuletzt im Jahr der Wahlen zum Europäischen Parlament. „Die Entwicklungen rund um den EU-Verteidigungsfonds, die Ständige Strukturierte Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik der EU und ein vollkommen neu strukturierter Haushalt der EU werfen viele Fragen auf“, meinte der EKD-Friedensbeauftragte in seinem Bericht vor der Konferenz in Arnoldshain. 

„Inwieweit etabliert sich die Europäische Union als militärische Kraft, was wird aus den Mitteln, die bisher für zivile Instrumente der Konfliktbearbeitung zur Verfügung standen und wie stehen diese Mittel im Verhältnis zu den Mitteln, die für Sicherheit und Verteidigung zur Verfügung gestellt werden sollen?“, fragte Renke Brahms. Und er fügte hinzu: „Auch wenn ich es für richtig halte, hier sehr genau hinzusehen, zu differenzieren und die Entwicklung nicht zu dramatisieren, bleibe ich skeptisch, ob nicht die eingeleiteten Schritte am Ende zu einer deutlichen Verschiebung der Gewichte zwischen militärischen Instrumenten und zivilen Instrumenten kommt. Jedenfalls sollten wir hier weiter genau hinsehen.“

In Arnoldshain neu gewählt wurde der Arbeitsausschuss der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD. Den kommenden drei Jahren gehören diesem Gremium, das zwischen den jährlichen Konferenztagungen die Geschäfte führt und das von dem EKD-Friedensbeauftragten als Vorsitzendem geleitet wird, Julika Koch (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland), Wolfgang Buff (Evangelische Kirche in Hessen-Nassau und Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck), Detlev Besier (Evangelische Kirche der Pfalz), Dr. Ines-Jacqueline Werkner (FEST), Andreas Dieterich (Brot für die Welt) und Christine Busch (AGDF) an. Ausgeschieden sind Horst Scheffler (AGDF) und Eva Hadem (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland). 

Die „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD“ trat vor zehn Jahren, im Januar 2009, zum ersten Mal zu ihrer jährlichen Tagung zusammen. Ihr gehören die Friedensbeauftragten der EKD-Gliedkirchen sowie Vertreter von EKD, kirchlichen Trägern der Friedensarbeit und damit verbundenen Institutionen an. Sie vernetzt dadurch die Arbeit aller relevanten Akteure und ermöglicht so eine breite Diskussion friedenspolitischer Entwicklungen und Strategien sowie die Abstimmung gemeinsamer Initiativen. Die Konferenz will so Impulse an die leitenden Gremien der EKD und ihrer Gliedkirchen sowie für die Arbeit ihrer Mitglieder geben.