31.07.2019

Auch 2020 wieder kirchlicher Aktionstag in Büchel

Dieter Junker
Evangelische Friedensarbeit
31.07.2019
Evangelische Friedensarbeit

Auch im kommenden Jahr soll es wieder einen kirchlichen Aktionstag am Fliegerhorst Büchel in der Eifel geben. Dafür sprach sich die Projektgruppe „Kirche gegen Atomwaffen“ bei ihrem Treffen in Frankfurt/Main aus. Mit den Planungen dafür werde jetzt begonnen, kündigte die Gruppe an. Die Projektgruppe, der Christinnen und Christen aus mehreren evangelischen Landeskirchen sowie der katholischen Friedensbewegung Pax Christi angehören, hatte bereits 2018 und 2019 Aktionstage organisiert, um damit ein Zeichen für Frieden und nukleare Abrüstung auszusenden. 2020 wäre es dann bereits der dritte kirchliche Aktionstag am Fliegerhorst in Büchel, wo die letzten US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland lagern.

Die Projektgruppe zog dabei eine positive Bilanz des kirchlichen Aktionstages am 7. Juli in Büchel, an dem rund 1000 Menschen teilnahmen und bei dem die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und frühere hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann im Gottesdienst die Predigt hielt. Nach Ansicht der Gruppe hätte die große Zahl an Teilnehmenden deutlich gemacht, dass immer mehr Menschen eine atomwaffenfreie Welt wünschten.

Dies bestärkt die Projektgruppe „Kirche gegen Atomwaffen“ in ihrer Aufforderung an die im kommenden Herbst tagende Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, einen klaren Beschluss zu fassen mit der Forderung an die Bundesregierung, dem Atomwaffenverbotstrag beizutreten und ihn zu ratifizieren. Dabei verweisen die Mitglieder der Projektgruppe in Frankfurt auch auf das Grußwort des EKD-Ratsvorsitzenden Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum diesjährigen kirchlichen Aktionstag, in dem dieser sich ausdrücklich hinter die UN-Initiative zur weltweiten Ächtung von Atomwaffen gestellt und in dem er die geplante Modernisierung der Atomwaffenarsenale „absurd“ genannt hatte. „Hier muss nun auch die EKD-Synode, die als Friedenssynode zusammenkommt, ein deutliches Zeichen setzen“, so die Mitglieder der Projektgruppe.

2018, am ersten kirchlichen Aktionstag, hatten rund 500 Christinnen und Christen teilgenommen. Damals hatte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms die Bundesregierung aufgefordert, sich dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag anzuschließen und alles dafür zu tun, dass die letzten Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden. In diesem Jahr hatte die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann betont, dass es an der Zeit sei, sich angesichts einer beginnenden nuklearen Aufrüstung und der Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen.

Die Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ hat sich im Dezember 2017 auf Initiative des badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr gehören derzeit Christinnen und Christen aus den Evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, dem Rheinland und Württemberg an, ebenso nehmen Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi an den Treffen teil.